Der französische Journalist und Filmemacher Claude Lanzmann ist tot. Der Regisseur des mehrfach preisgekrönten Holocaust-Dokumentarfilms Shoah von 1985 starb im Alter von 92 Jahren, teilte sein Verlag Gallimard mit.

Lanzmann wurde am 27. November 1925 im Großraum Paris geboren. Als Jugendlicher engagierte er sich in der kommunistischen Jugendbewegung Frankreichs, der französischen Widerstandsbewegung. Er studierte Philosophie und war Lektor an der Freien Universität Berlin. Als Journalist reiste er unter anderem nach China und Korea und engagierte sich gegen den Algerienkrieg.

Die Berlinale-Jury, die Lanzmann 2013 den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk verlieh, würdigte Shoah als "epochales Meisterwerk der Erinnerungskultur". In dem neunstündigen Dokumentarfilm ließ der frühere Widerstandskämpfer überlebende Opfer wie Täter zu Wort kommen.

Der Regisseur war mit dem legendären Philosophen Jean-Paul Sartre befreundet und führte mit der Schriftstellerin und Feministin Simone de Beauvoir eine siebenjährige eheähnliche Beziehung.

Noch im vergangenen Jahr präsentierte er beim Filmfestival in Cannes außer Konkurrenz den Dokumentarfilm Napalm, für den er 2004 und 2015 in das diktatorisch geführte Nordkorea gereist war.