Der afroamerikanische Balletttänzer Arthur Mitchell, der seit den Fünfzigerjahren die Tanzkunst vor allem in den USA geprägt hatte, ist tot. Wie seine Familie mitteilte, erlag er in einer New Yorker Klinik einem Nierenausfall, der ein Herzversagen nach sich gezogen hat. Mitchell wurde 84 Jahre alt.

Im Jahre 1934 im New Yorker Viertel Harlem geboren, erhielt Mitchell formalen Tanzunterricht in der Highschool. Nach dem Abschluss nahm er ein Ballettstipendium der School of American Ballet an, die vom berühmten Choreografen George Balanchine mitbegründet wurde. Dieser sollte Mitchell auch später beim New York City Ballett etliche Führungsrollen verschaffen – etwa einen Auftritt an der Seite einer weißen Tänzerin im Stück Agon zu Musik von Igor Strawinsky im Jahr 1957.

In einem Interview mit der New York Times erinnerte sich Mitchell später an die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse. "Können Sie sich die Kühnheit vorstellen, einen Afroamerikaner und Diana Adams – die Essenz und Reinheit kaukasischen Tanzes – zu nehmen und sie gemeinsam auf die Bühne zu stellen?", fragte er. 

Unter dem Eindruck des Attentats auf den Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. im Jahr 1968 gründete Mitchell eine eigene Tanzschule. Aus ihr ging schließlich das Dance Theatre of Harlem hervor, das auch international gefeiert wurde.