"Lila"

Der Feminismus hat eine erstaunliche Karriere hingelegt. Wir sprechen heute über das Comeback der Vulva, über Menstruation und weibliche Körperbehaarung, über Frauenquoten, sexistische Übergriffe und mehr denn je auch über veraltete Rollenbilder. Feminismus klingt jung, fortschrittlich und so hip, dass jetzt sogar Männer Feministen sein wollen. Das alles ist gut und wichtig und wunderbar. Aber von einer gleichberechtigten Gesellschaft sind wir weit entfernt. Oder, wie es die Macherinnen des Lila Podcasts ausdrücken: "Feministische Baustellen gibt es viele."

© Lila Podcast

Und genau denen widmen sich die Journalistinnen Susanne Klingner, Katrin Rönicke und Barbara Streidl in ihrem mittlerweile wöchentlichen Podcast. Thematisch setzen sie sich keine Grenzen. Mal spricht Katrin Rönicke mit einer ehemaligen UN-Mitarbeiterin über feministische Außenpolitik und darüber, warum in den Internationalen Beziehungen dringend mehr Frauen mitmischen sollten. Mal zeichnen die Macherinnen eine Konferenz zum Thema Zukunft des Feminismus auf. Oder sie sprechen in einer ganz wunderbaren und sehr persönlichen Folge darüber, wie man eigentlich als Mutter feministische Jungs erziehen kann, wenn Kita, Schule, andere Jungs und insbesondere andere Mütter ablehnend auf atypisches Aussehen und Verhalten reagieren.

Eines aber ist stets garantiert: Die Informationen sind gut recherchiert und unterhaltsam. Wer sich intensiver mit einem Thema befassen möchte, findet unter jeder Episode ein dickes Paket an Links und Lese- oder Hörempfehlungen. Ein kluger Podcast mit vielen Aha-Momenten, der seit 2013 "das Weltgeschehen in die feministische Mangel" nimmt. Eine Hörempfehlung nicht nur für Frauen. (Simone Gaul)

Der "Lila-Podcast" ist auf den gängigen Podcast-Apps zu finden.