Der US-Drehbuchautor und Oscar-Preisträger William Goldman ist tot. Wie die Washington Post und andere Medien unter Berufung auf dessen Familie berichten, starb der Autor im Alter von 87 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit in seinem Haus in New York.

Goldman hatte die Vorlagen für Hollywood-Klassiker wie Die Unbestechlichen, Der Marathon-Mann und Butch Cassidy und Sundance Kid geliefert. Regisseur Rob Reiner (Harry und Sally, Misery) bezeichnete ihn einst als "möglicherweise Amerikas großartigsten Drehbuchautor". Oscar-Preisträger Aaron Sorkin, der die Vorlagen für The Social Network und Steve Jobs schrieb, pries ihn als den Erfinder des modernen Drehbuchs. Alles, was er wisse, habe er von Goldman gelernt, sagte er.

Reiner und Sorkin sind nur zwei von vielen Filmgrößen, die nun um den Autor trauern. Hollywood-Regisseur Ron Howard (A Beautiful Mind) würdigte ihn in einem Tweet als "einen der größten und erfolgreichsten Drehbuchautoren aller Zeiten". Schriftsteller Stephen King würdigte Goldman als "geistreich und talentiert". "Sein Skript von meinem Buch Misery war eine wunderbare Sache", schrieb er ebenfalls auf Twitter.

Seinen ersten Oscar gewann Goldman für den Western Butch Cassidy und Sundance Kid (1969) mit Paul Newman und Robert Redford – ohne ihn persönlich in Empfang zu nehmen. Er hatte sich "null Gewinnchancen" ausgerechnet und war der Gala in Los Angeles einfach ferngeblieben. Sieben Jahre später trat er aber selbst auf die Bühne, als er für sein Drehbuch für Die Unbestechlichen mit dem höchsten Filmpreis ausgezeichnet wurde.

Kritiker der Machtspiele in Hollywood

Goldman war bis zuletzt nicht nur als Drehbuchautor und Script-Doctor aktiv – den Dialogen in Wilde Kreaturen (1997) und Mission Impossible II (2000) gab er den letzten Schliff –, sondern scheute sich auch nicht, die Eitelkeiten und Machtspiele der Filmindustrie offen anzusprechen. Dazu veröffentlichte er etwa die beiden Bücher Das Hollywood-Geschäft und Wer hat hier gelogen? und prägte den berühmten Satz: "Nobody knows anything", niemand im Hollywood wisse irgendetwas. "Keiner hat die geringste Idee, was für ein Film am Ende gut läuft", erklärte Goldman 2014 in einem Interview von IndieWire.

Der 1931 im US-Staat Illinois geborene Autor, der vor seiner Hollywood-Karriere Literatur studierte, schrieb mit 25 Jahren den ersten von insgesamt 20 Romanen. Am bekanntesten ist sein Fantasybuch Die Brautprinzessin, ein fantastisches Märchen mit Riesen, Prinzen und Fabelwesen. Sein erstes Skript schrieb er nach eigenen Angaben überhaupt erst mit 33 Jahren – er sei einfach viel ins Kino gegangen und habe sich dort und nicht am Schreibtisch in Filme verliebt, sagte Goldman einst.

Seine Lust am Schreiben und an der offenen Kritik hat er bis ins hohe Alter nicht verloren. Fünf Drehbücher habe er seit 2003 zu Papier gebracht, aber noch sei keines davon verfilmt worden, sagte Goldman vor drei Jahren dem Entertainmentportal Vulture.com. Sein Ansporn für die eigene Schreiblust: "Viele Filme, die heute gemacht werden, gefallen mir nicht."