Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Einfluss des Bauhauses auf Architektur und Design gewürdigt. "Es sind bleibende Impulse gesetzt worden, die bis in die Gegenwart nachwirken und die bis heute zu denken geben", sagte Steinmeier laut vorab verbreitetem Redetext bei der Eröffnung der Feiern zu 100 Jahren Bauhaus in der Berliner Akademie der Künste. Das Bauhaus gehöre zu den wichtigsten kulturellen Leistungen Deutschlands, der Stil sei zu einem "Synonym für Moderne" geworden.

Der Bundespräsident verwies zugleich auf den "inneren Zusammenhang" zwischen Bauhaus und Demokratie. Es sei kein Zufall, dass sich die Künstlergeneration in den Gründungsjahren der ersten deutschen Demokratie herausgebildet habe. "Das Bauhaus brauchte die Freiheit der Weimarer Republik und schenkte ihr zugleich eine Ausdrucksform."

Das am 1. April 1919 in Weimar von Walter Gropius gegründete Bauhaus war eine Kunstschule mit großem Einfluss auf Architektur, Kunst und Design im 20. Jahrhundert. 1925 verließen die Künstler die Stadt aus politischen Gründen und fanden in Dessau vorübergehend eine neue Heimat.

Seit 1996 Unesco-Welterbe

Unter dem Druck der Nationalsozialisten mussten die Bauhauskünstler schließlich 1932 auch aus Dessau flüchten. Ein Jahr später wurde das Bauhaus ganz aufgelöst. Viele der Künstler gingen ins Exil. Seit 1996 zählen die Bauhausstätten in Weimar und Dessau zum Unesco-Welterbe.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte das Bauhaus als "eine politisch wirkmächtige Schule der Moderne", die Künstlergenerationen bis heute inspiriere. "Während der Zeit seines Bestehens zwischen 1919 und 1933 war das Bauhaus ein Ort für Experimente, für neue Ideen, Formen und Materialien", sagte Grütters. Es sei den Künstlern nicht nur um eine neue Philosophie der Gestaltung gegangen. Das Bauhaus sei dem Anspruch gefolgt, kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs "gesellschaftlich einen Aufbruch zu wagen".

Zum Start der Feiern zu 100 Jahren Bauhaus hat in Berlin ein Festival begonnen, das neun Tage dauern wird. Grütters sagte, das Festival biete die große Chance, viele Menschen für die Ideen des Bauhauses zu begeistern und zu zeigen, welche Relevanz dessen Ideen für eine weltoffene und freiheitliche Gesellschaft bis heute hätten. Für das Jubiläumsprogramm mit über 700 Veranstaltungen zahlt der Bund rund 21 Millionen Euro.