Der Maler Gerhard Richter distanziert sich von einem Kinofilm, der in Anlehnung an sein Leben entstanden ist. Werk ohne Autor zeichnet das 20. Jahrhundert anhand von Richters Lebensweg nach. Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck hatte sich dazu mehrfach mit Richter getroffen und ihn befragt. Gegenüber der Zeitschrift The New Yorker machte Richter nun deutlich, wie unzufrieden er ist: Henckel von Donnersmarck habe seine "Biografie missbraucht und extrem verzerrt".

Zunächst habe sich Richter gar nicht zu dem Film, der auf einen Oscar hofft, äußern wollen, berichtet der New Yorker. Allein der Versuch, sich an die Details seines Kontakts mit Henckel von Donnersmarck zu erinnern, habe bei ihm "schlechte Gefühle" ausgelöst, zitiert die Zeitschrift Richter. "Meine Abneigung gegenüber dem Film und der Person ist wieder so sehr gewachsen, dass es mir nicht möglich ist, Ihnen zu antworten."

Bei einer zweiten Anfrage ließ sich der Maler dann doch auf eine inhaltliche Antwort ein: Er habe Henckel von Donnersmarck schon früh gesagt, dass er einem Film über ihn, Richter, nicht zustimmen werde. Stattdessen schlug er vor, der Hauptfigur einen anderen Beruf zu geben, etwa Schriftsteller oder Musiker. "Er versicherte mir, dass er meine Wünsche respektieren würde. In Wirklichkeit hat er aber alles getan, um meinen Namen mit seinem Film in Verbindung zu bringen."

Ein Film für alle außer für Gerhard Richter?

Dem Bericht zufolge war Henckel von Donnersmarck von Richters Kritik überrascht. Er habe viele Details in den Film eingebaut, die als "kleine Liebesbriefe" an Richter gedacht gewesen seien. Richters Reaktion könne er sogar ein wenig verstehen, sagte Henckel von Donnersmarck: "Wenn jemand meine Lebensgeschichte nähme und ihr einen Dreh gäbe, wäre das entweder superschmerzhaft, weil es den schmerzhaften Kapiteln meines Lebens so nahekäme, oder es wäre schmerzhaft, weil es ihnen nicht nahe genug käme." Vielleicht, so der Regisseur, sei es ein Film für alle außer für Gerhard Richter.

Werk ohne Autor war für einen Golden Globe nominiert und macht sich Hoffnungen auf eine Nominierung für den Oscar als bester fremdsprachiger Film.