Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover hat angekündigt, in der Verwaltung verstärkt gendergerechte Sprache verwenden zu wollen. Die Stadt veröffentliche eine Broschüre mit einer entsprechenden Empfehlung. Die Umsetzung ist aber freiwillig: "Es ist ein Prozess, niemand wird gezwungen", sagte eine Sprecherin.

Innerhalb des Rathauses habe es demnach bisher positive Reaktionen und konstruktive Nachfragen gegeben. Die Stadt möchte mit der Sprachempfehlung der "Vielzahl geschlechtlicher Identitäten" Rechnung tragen. Zudem entspreche sie der neuen Gesetzgebung, nach der zum Beispiel seit dem 1. Januar das dritte Geschlecht im Personenstandsregister geführt wird. Verwaltungssprache solle neben Frauen und Männern auch jene ansprechen, die sich selbst nicht als Frau oder Mann beschreiben, steht in der Empfehlung.

Wenn möglich sollen der Broschüre zufolge Formulierungen wie Redepult statt Rednerpult oder Teilnahmeliste statt Teilnehmerliste verwendet werden. Gibt es keine Alternative, wird der Gender-Star empfohlen – zum Beispiel die Schreibweise der*die Ingenieur*in.

Mit geschlechtergerechter Sprache haben sich nach Angaben des Deutschen Städtetages in der Vergangenheit schon Kommunen wie Leipzig, Flensburg oder Tübingen beschäftigt. Hannover verwendete bisher das sogenannte Binnen-I, etwa in LehrerInnen, das jetzt vom Sternchen (*) abgelöst wird.