Ein großer Teil der Deutschen vertraut laut einer Studie weiter in den Journalismus. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität. Demnach vertrauten im Jahr 2018 44 Prozent der Bürgerinnen und Bürger etablierten Medien in wichtigen Fragen. Im Jahr 2017 lag der Wert bei 42 Prozent.

22 Prozent der Befragten gaben an, den Medien nicht zu vertrauen. Damit stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte. Gleichzeitig wirft eine wachsende Gruppe den Medien gezielte Manipulation vor. 25 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, "die Medien arbeiten mit der Politik Hand in Hand, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren". Ein Jahr zuvor glaubten das nur 20 Prozent der Befragten. 2016 hatten dieser Aussage allerdings schon 27 Prozent zugestimmt.

Die Zahlen der Studie belegen den Mainzer Forscherinnen und Forschern zufolge auch eine zunehmende Entfremdung zwischen Menschen und Medien. 27 Prozent der Befragten waren der Auffassung, dass die Medien den Kontakt zu den Menschen verloren haben. Ein Jahr vorher waren es lediglich 18 Prozent gewesen. Von 36 auf 43 Prozent stieg die Zustimmung für die Aussage, dass Medien gesellschaftliche Zusammenhänge anders darstellen, als es die Bürger im eigenen Umfeld wahrnehmen.

Die Vertrauenswerte variieren zudem je nach Medienart: Am höchsten waren sie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dem 65 Prozent vertrauten, gefolgt von Regionalzeitungen mit 63 Prozent. Nur 21 Prozent vertrauten den Nachrichten auf Seiten von Suchmaschinen, nur vier Prozent den Nachrichten in sozialen Netzwerken.

Geringes Vertrauen in Berichterstattung über den Islam

Auch das Thema bestimmt, für wie glaubwürdig Menschen die Berichterstattung halten. Nur 20 bis 25 Prozent vertrauen etwa Berichten über den Islam und die Kriminalität von Flüchtlingen.

Die Ergebnisse basieren den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge auf einer repräsentativen Telefonumfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Ifak im Auftrag des Instituts für Publizistik der Gutenberg-Universität durchgeführt hat. Zuletzt wurden im Oktober und November 2018 insgesamt 1.200 Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren befragt.