In Berlin ist am Abend der Theodor-Wolff-Preis für im Jahr 2018 erschienene Texte verliehen worden. Die Auszeichnung, die als eine der renommiertesten der Zeitungsbranche gilt, wird in vier Kategorien vergeben – getrennt nach lokalen beziehungsweise regionalen Tageszeitungen und überregionalen Zeitungen und jeweils mit einem Preisgeld von 6.000 Euro. Hinzu kommt eine Ehrung für einen Text zum Thema des Jahres, das dieses Mal lautete: Welt im Umbruch – Demokratie in Gefahr? 

In der Kategorie Meinung lokal wurde Gregor Peter Schmitz von der Augsburger Allgemeinen für seinen Text Heimat-Schutz ausgezeichnet. Ebenfalls nominiert war der Tagesspiegel-Journalist Hannes Soltau für In betäubter Gesellschaft.

In der Kategorie Meinung überregional wurde Daniel Schulz für Wir waren wie Brüder geehrt. Schulz schreibt für die taz. Die ZEIT-Journalistin Fabienne Hurst war für ihren Text Gönn's dir, Genosseebenfalls nominiert.

Die Journalistin Maris Hubschmid, die für den Berliner Tagesspiegel arbeitet, erhielt für ihre Reportage Bis zum letzten Tropfen die Auszeichnung in der Kategorie Reportage lokal. Damit setzte sich Hubschmid gegen Sebastian Dalkowski, der für die Rheinische Post Online den Text Zwölf Meter über dem Meer geschrieben hatte, und die Journalisten Julius Betschka und Martin Nejezchleba von der Berliner Morgenpost für Die toten Babys von Neukölln durch. 

Im Jahresthema Welt im Umbruch – Demokratie in Gefahr? wurde Andrian Kreye von der Süddeutschen Zeitung für seinen Text Berührungspunkte über künstliche Intelligenz ausgezeichnet. Nominiert waren hier auch ZEIT-Redakteur Peter Dausend für Mitten im Beben, in dem er den Umgang mit der AfD im Bundestag beschreibt, sowie Anna Hunger von der Stuttgarter Zeitung Kontext für ihren Text 'Sieg Heil' mit Smiley über die Verbindungen der baden-württembergischen AfD mit Rechtsextremisten.

In der Kategorie Reportage überregional gewann Marius Buhl vom Magazin der Süddeutschen Zeitung. Er wurde für seinen Text Bis zum Letzten über einen Marathonläufer ausgezeichnet. Sein Kollege Christoph Cadenbach war für den Text Der falsche Freund nominiert, in dem er über die Freundschaft mit einem Flüchtling schreibt, der als Terrorverdächtiger verhaftet wird. Nominiert war auch Tina Kaiser von der Welt am Sonntag für den Artikel Der Volksvertreter.

Michael Jürgs wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet

Für sein Lebenswerk wurde der Journalist und Buchautor Michael Jürgs geehrt. Diese Auszeichnung ist undotiert und war schon im Voraus bekannt gegeben worden. Die Laudatio auf ihn hielt der ehemalige Kulturstaatsminister Michael Naumann.

Der Theodor-Wolff-Preis ist eine der renommierteste Auszeichnungen, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat. Sie wird vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ausgeschrieben und erinnert an den langjährigen Chefredakteur des Berliner Tageblatts, Theodor Wolff. Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert. Wolff kam in das KZ Sachsenhausen, wo er schwer erkrankte. Er starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.