© Phil Dera für DIE ZEIT

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Der Schriftsteller Ian McEwan spielt gerne an der Vergangenheit herum. Sein neuer Roman Maschinen wie ich spielt im Jahr 1982, aber es ist ein anderes 1982: John Lennon und John F. Kennedy sind noch am Leben, genau wie der berühmte Informatiker Alan Turing. Was für eine Welt wäre das?

Darüber reden McEwan und ZEIT-ONLINE-Redakteur Dirk Peitz im Podcast ZEIT Bühne. Sie unterhalten sich über Maschinen wie ich und über unser Verhältnis zu Künstlicher Intelligenz. Denn während die Beatles im Buch musikalisch nur noch Rückschritte machen, hat Turing der Welt zu großem technischen Fortschritt verholfen: Es gibt selbstfahrende Autos und lebensechte, intelligente Androiden.

Einer von ihnen heißt Adam und mischt die frische Liebesbeziehung von Charlie und Miranda auf. Kann Adam denken, moralisch handeln und lieben? Und können die Menschen Gefühle für eine Maschine entwickeln? Klar, sagt McEwan, "jeder, der seinem liegen gebliebenen Auto einen Tritt gibt, hat ein emotionales Verhältnis zu einer Maschine".

Von der veränderten Vergangenheit im Roman führt das Gespräch in die Gegenwart: Technik kann Nähe geben, so wie Haustierroboter, die japanischen Seniorinnen und Senioren Gesellschaft leisten. Sie kann aber auch Katastrophen verursachen, wenn sie Flugzeuge abstürzen lässt.

"Künstliche Intelligenz macht Fehler", sagt McEwan. Aber Menschen auch, und deswegen müssen er und Dirk Peitz am Ende doch noch über Politik sprechen. Der aktuellen Tory-Regierung traut McEwan den Brexit nicht zu: "Ich glaube ehrlich nicht, dass wir die EU verlassen werden."

Das Gespräch wurde auf Englisch geführt und aufgezeichnet in der großen Aula der LMU München. Außerdem liest Helmut Becker Auszüge aus der deutschen Fassung von "Maschinen wie ich".