Die DuMont-Mediengruppe verkauft ihren Berliner Verlag. Neue Eigentümer sind die Berliner Unternehmer Silke und Holger Friedrich, wie DuMont mitteilte. Über den Preis des Verkaufs, dem noch das Bundeskartellamt zustimmen muss, wurde Stillschweigen vereinbart. Bereits Ende Februar hatte die Mediengruppe angekündigt, eine Neuausrichtung zu prüfen und dabei auch den Verkauf von Unternehmensteilen nicht ausgeschlossen.

Das neue Eigentümerpaar des Berliner Verlags übernehme neben den beiden großen Zeitungstiteln Berliner Zeitung und Berliner Kurier auch das Berliner Abendblatt, sämtliche Digitalangebote, den Corporate Publisher mdsCreative und die Berliner Zeitungsdruckerei.

Silke und Holger Friedrich werden den Verlag in die Holding der Familie Friedrich überführen. "Wir möchten das Profil des Berliner Verlags stärken und mit einer versachlichten, faktenbasierten Berichterstattung den politischen und gesellschaftlichen Diskurs für Berlin und aus Berlin heraus bereichern", wird Holger Friedrich zitiert.

Dazu gehörten die durchgängige Digitalisierung der Angebote und die Ausrichtung des Verlags auf zukunftsfähige Formate. "Mit konsequent digital ausgerichteten Angeboten und einer tiefgehenden Aufarbeitung gesellschaftlich relevanter Themen möchten wir ein breiteres Publikum ansprechen und mit den Lesern stärker in Kontakt treten, als dies bisher der Fall ist", sagte Friedrich.

Silke Friedrich leitet die Berlin Metropolitan School, eine internationale Schule mit über 1.000 Schülern. Gemeinsam mit Ralf Regitz, Gründungsmitglied der Loveparade, hatte sie zudem das ewerk neu aufgestellt und zu einem erfolgreichen Veranstaltungsort gemacht. Ihr Mann Holger Friedrich gründete 2009 den Technology Think Tank CORE. Zuvor war er unter anderem Vorstand der Software AG und Partner bei McKinsey & Company.

DuMont-Aufsichtsratsvorsitzender Christian DuMont Schütte würdigte die Arbeit der vergangenen Jahre. Das Unternehmen freue sich, den Verlag nun in die Hände von Berlinern zu übergeben, die diese Arbeit mit dem Team fortführen und weiter in die Zukunft investieren wollten. Zur DuMont-Gruppe gehören neben den Berliner Titeln unter anderem der Kölner Stadt-Anzeiger, Express, Mitteldeutsche Zeitung und Hamburger Morgenpost.

Arbeitnehmervertretungen setzen Hoffnungen in die neuen Inhaber. "Es ist gut, dass es für die Belegschaft endlich eine Perspektive gibt", teilte die Gewerkschaft ver.di mit. "Die ersten Aussagen und der erste Auftritt der neuen Eigentümer lassen darauf hoffen, dass sie mit Leidenschaft und Engagement ans Werk gehen und die journalistische Qualität der Titel stärken wollen." DJV Berlin und Journalistenverband Berlin-Brandenburg (JVBB) sehen eine neue Perspektive für die Belegschaft. "Als Gewerkschaften erwarten wir, dass die neuen Eigentümer verantwortungsvoll den Traditionstitel durch den Medienwandel führen, ihr unternehmerisches Geschick auf den Berliner Verlag übertragen und damit die Ungewissheit für die Mitarbeiter ein Ende hat", warnten sie.