Der als "goldene Stimme aus Prag" bekannte Sänger Karel Gott ist tot. Er starb am Dienstagabend im Alter von 80 Jahren, wie eine Sprecherin und seine Frau Ivana Gottová bestätigten. Im September 2019 hatte der Sänger öffentlich gemacht, dass er an akuter Leukämie litt. Eine erste Krebserkrankung am Lymphsystem hatte er wenige Jahre zuvor überstanden. Karel Gott stand fast sechs Jahrzehnte auf der Bühne und verkaufte Schätzungen zufolge mehr als 50 Millionen Tonträger.

Mit der Titelmelodie zur Zeichentrickserie Biene Maja wurde Karel Gotts Stimme für Generationen deutschsprachiger Kinder bekannt. Mit Melodien wie Einmal um die ganze Welt, Lady Carneval und Fang das Licht sicherte sich der Tscheche auch unter den Erwachsenen ein Millionenpublikum. Der klassisch ausgebildete Tenor verdiente sich den Namen eines "Sinatras des Ostens". 

In seinem Heimatland Tschechien war der Sänger eine Legende. Insgesamt 42 Mal gewann er den Publikumspreis Goldene Nachtigall. Karel Gott wurde am 14. Juli 1939 im westböhmischen Pilsen geboren. Als Lehrling hatte er mit 18 seine ersten Auftritte in Prager Tanzcafés. Mit seiner Darbietung von Tausend Fenster beim Grand Prix Eurovision de la Chanson in London 1968 wurde er auch im Westen bekannt.

Die Hits folgten Schlag auf Schlag: Lady Carneval (1969), Einmal um die ganze Welt (1970), Babicka (1979) und Fang das Licht (1985). Mit der Biene-Maja-Melodie von 1977 eroberte Karel Gott die Herzen der kleinen Fernsehzuschauer. Als Single landete das Titellied der ZDF-Zeichentrickserie im Mai 1977 auf Platz eins der NDR-Schlagerparade. Allein auf Deutsch gibt es an die 900 Schlager von ihm, die Zahl der verkauften Platten wird auf 50 Millionen geschätzt.

Im Jahr 2003 überstand Karel Gott einen leichten Schlaganfall. Seine letzte große Tournee durch Tschechien und die Slowakei war ein Triumph. Rund 12.000 Zuschauer feierten im Dezember 2014 in Prag ihren "mistr" (Meister). Seinen 80. Geburtstag feierte er im Juli 2019, abgeschirmt von der Öffentlichkeit, mit Weggefährten und Prominenten in einem Prager Theater. Über seine Beziehung zu seinem Publikum sagte er einmal: "Es ist eine Art Magnetismus, eine gegenseitige Anziehungskraft, die schwer beschreibbar ist."