Der Ausdruck "... for future" (deutsch: "für die Zukunft") ist zum Anglizismus des Jahres 2019 gekürt worden. Neben der kreativen Verbreitung habe an dem Begriff die zentrale Bedeutung für die Klimaschutzbewegung im Umgang mit der Erderwärmung überzeugt, teilte die Fachjury mit.

Bei dem Begriff handle es sich um eine sogenannte Phraseoschablone – eine Redewendung mit einer Leerstelle, in die verschiedene Wörter eingesetzt werden könnten. Der Ausdruck geht zurück auf das Schlagwort Fridays for Future, das 2018 von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg geprägt wurde und seither als Bezeichnung für die Klimaproteste dient, bei denen Jugendliche freitags für Klimaschutz demonstrieren statt zur Schule zu geben.

"Dass eine schwedische Muttersprachlerin einen englischen Slogan prägt, der dann weltweit aufgegriffen und als Muster zur Namensbildung von Klimaschutzbewegungen verwendet wird, bis er schließlich im Deutschen zu einem allgemeinen Ausdruck für klimabewusstes Handeln wird, zeigt, dass die englische Sprache längst nicht mehr den traditionell englischsprachigen Ländern gehört, sondern uns allen.", sagte der Juryvorsitzende und Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch.

Klimadebatte von mehreren Sprachjurys gewürdigt

Seit 2010 würdigt die Initiative Anglizismus des Jahres jährlich "den positiven Beitrag des Englischen zur Entwicklung des deutschen Wortschatzes". Für 2019 handelt es sich also um den zehnten gekürten Anglizismus. Zu den bislang ausgezeichneten Begriffen und Ausdrücken gehörten im vergangenen Jahr das Gendersternchen, also das Zeichen *. Außerdem Begriffe wie "Influencer" (2017) und "Shitstorm" (2011).

Der Ausdruck "OK Boomer" wurde in einer mehrtägigen Onlineabstimmung zum Publikumsliebling gewählt. Er wird von Jüngeren benutzt, um als besserwisserisch wahrgenommene Aussagen der Baby-Boomer-Generation – also der Über-50-Jährigen – sarkastisch abzutun.

Beim Wort des Jahres der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden war "Fridays for Future" für 2019 auf Platz drei gekommen. Hier hatte "Respektrente" vorne gelegen. Zum Unwort des Jahres hatte eine sprachkritische Jury den Begriff "Klimahysterie" gekürt. In der Schweiz erklärten Fachleute der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften "Klimajugend" zum Wort des Jahres.