Unbekannte sollen Juwelen aus dem Einbruch im Dresdner Grünen Gewölbe zum Verkauf angeboten haben. Eine israelische Sicherheitsfirma gab an, ein entsprechendes Angebot erhalten zu haben. Die Unbekannten verlangten in E-Mails neun Millionen Euro für den Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens und den sogenannten Sächsischen Weißen. Dies bestätigte der Geschäftsführer der israelischen Sicherheitsfirma CGI, Zvika Nave. Die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) zeigen sich jedoch überrascht von den Meldungen. Zuerst hatte die Bild-Zeitung berichtet.

Die Firma ist nach eigenen Angaben mit der Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen im Grünen Gewölbe beauftragt sowie mit der Untersuchung des Einbruchs. Die Zahlung sollte demnach in der Internetwährung Bitcoin erfolgen. "Alle Informationen wurden in Echtzeit an die Dresdner Staatsanwaltschaft übergeben", sagte Nave. Die E-Mail-Absender schrieben, ihre Nachricht sei nicht nachzuverfolgen, sie verwendeten verschiedene Verschlüsselungstechniken.

Die Staatlichen Kunstsammlungen zeigen sich hingegen überrascht von den Berichten. Man habe keine Kenntnisse von dem angeblichen Sachverhalt, sagte SKD-Sprecher Stephan Adam auf Anfrage. Zudem sagte er, die Sicherheitsfirma CGI sei nicht mit Ermittlungen beauftragt worden. "Die Firma hat zu uns auch keinen Kontakt aufgenommen." 

Das Achselband mit dem sogenannten Sächsischen Weißen und der Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens gehören zu gut zwei Dutzend erbeuteten barocken Schmuckstücken aus Diamanten und Brillanten.

Zwei Unbekannte waren am frühen Morgen des 25. November mit Gewalt in das berühmte Schatzkammermuseum des 18. Jahrhunderts im Erdgeschoss des Residenzschlosses eingedrungen. Sie hatten ein Fenstergitter durchtrennt, das Fenster herausgestemmt, im Juwelenzimmer mit einer Axt Löcher in die Vitrine mit den prächtigsten Stücken gehackt und zugegriffen. Der Coup, der weltweit Schlagzeilen machte, dauerte nur wenige Minuten.