Gut integrierte Konflikte zeichnen sich dadurch aus, dass sie in der Lage sind, alles dem eigenen Gegensatz unterzuordnen. Die öffentliche Diskussion um die angemessene Reaktion auf die russische Invasion der Ukraine scheint ein solcher gut integrierter Konflikt zu sein: Wer nicht für Verhandlungen, also Frieden, plädiert, ist für den Krieg. Der Begriff des Bellizismus ist dafür ein Indikator: Bellizist ist demnach derjenige, der für eine militärische Unterstützung der Ukraine eintritt. Gut integrierte Konflikte lassen keinen Raum für Graustufen. Sie sind Allesfresser, die Positionen der einen oder der anderen Seite zurechnen. Ein Konfliktsystem reproduziert sich von selbst und schafft Ordnung.
Ukraine-Krieg: Der falsche Gegensatz
Wer Verhandlungen statt Waffenlieferungen fordert, sitzt einem strategischen Irrtum auf. Solch eine Entweder-oder-Haltung schafft keine Optionen, sondern verschließt sie.