Kann man Donald Trump, Wladimir Putin, Giorgia Meloni, Viktor Orbán und die Politiker der AfD als Faschisten bezeichnen? Oder verwischt man damit eklatante Unterschiede zu den Bewegungen Hitlers und Mussolinis, verharmlost letztere sogar? Darüber wurde dieses Jahr gestritten, in der Wissenschaft, in Feuilletons, an Kneipentischen. Renommierte Historiker wie Robert Paxton oder Timothy Snyder benutzen das Faschismus-Label mit Blick auf Trump oder Putin etwa sehr bewusst, andere Fachkollegen sind da zurückhaltender.
Aber womöglich ist die Frage nach dem Begriff auch gar nicht die entscheidende. Vielleicht versteht man den Erfolg der extremen Rechten besser, wenn man sich anschaut, was sie konkret tut. Es ist das spezifische Auftreten Trumps, das ihm die Wiederwahl als US-Präsident sicherte. Es sind die rhetorischen Strategien der AfD, die ihr zum anhaltenden Höhenflug verhelfen. Es sind die machtpolitischen Winkelzüge, mit denen Wladimir Putin Russland in eine Diktatur verwandelt hat. Fünf Strategien verhelfen der extremen Rechten zum Erfolg, und zwar ganz gleich, ob diese eher libertär oder völkisch daherkommt. Denn diese machtpolitischen Instrumente sind nicht einmal spezifisch rechtsextrem, sondern werden von der extremen Rechten sehr effizient genutzt und kombiniert. Teils in der Tradition der 1930er-Jahre, teils ganz im Sinne der Gegenwart.