Der japanische Filmregisseur Isao Takahata ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren in einem Krankenhaus in Tokio an Lungenkrebs, teilte das von ihm mitbegründete Studio Ghibli mit.

Als Takahatas bekanntestes Werk gilt der international bekannte und preisgekrönte Zeichentrickfilm Die letzten Glühwürmchen, der schonungslos die Schrecken des Krieges thematisiert und vom verzweifelten Kampf zweier Kinder um das nackte Überleben zum Ende des Zweiten Weltkrieges erzählt. In Europa war er vor allem als Regisseur der in den 70er-Jahren produzierten Fernsehserie Heidi bekannt.

Der 1935 geborene Takahata begann nach dem Studium der französischen Literatur im Zeichentrickstudio Toei Animation zu arbeiten. Dort begegnete er dem Regisseur Hayao Miyazaki, mit dem er 1985 das weltberühmte Studio Ghibli gründete, um ein japanisches Disney zu schaffen. In seiner langen Karriere schuf er rund 20 Filmwerke, darunter der von ihm produzierte Animefilm Nausicaä aus dem Tal der Winde von 1984 und der Film Die Schlacht der Marderhunde in der Heisei-Zeit - Pom Poko von 1994. Für seinen letzten Film Die Legende der Prinzessin Kaguya wurde Takahata 2015 für den Oscar in der Kategorie Bester animierter Spielfilm nominiert.

Für seine Leistungen wurde Takahata vielfach ausgezeichnet. So erhielt 2009 beim Filmfestival in Locarno den Ehrenleoparden, sowie 2015 den Ordre des Arts et Lettres. Mit diesem Verdienstorden ehrte das französische Kulturministerium seine langjährige Zusammenarbeit mit französischen Animatoren und das Übersetzen von französischen Gedichten ins Japanische.

Takahata engagierte sich auch politisch

Neben seiner filmischen Arbeit war Takahata politisch aktiv und kritisierte etwa die Politik des rechtskonservativen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Dieser will die pazifistische Nachkriegsverfassung ändern und Japans Militär ausbauen.