Aus dieser Geschichte ist ein Heimatfilm entstanden, dessen Handlung auf das gegenüberliegende Elbufer verlegt wurde, wo jetzt – wie in Altona – alte Arbeiterquartiere für neue Bevölkerungsgruppen erschlossen werden. "Wir erzählen die Veränderungen über eine Geschichte: Ein Immobilienmakler versucht mit allen Tricks, seinem alten Freund das Restaurant abzuluchsen." Da hat er natürlich die Rechnung ohne die Gäste gemacht, die für ihr Lokal kämpfen. "Einer für alle, alle für einen."

Wie die Drei Musketiere gaben sich Akin, Bousdoukos und ihr Kumpel Moritz Bleibtreu auch während der Filmpremiere in Venedig auf dem roten Teppich. Für seine persönliche Gentrifizierung hatte der Hauptdarsteller Bousdoukos sich erstmals im Leben in einen Smoking gekämpft. "Ich hatte eine Job zu erledigen", beruhigt er alle, die Angst haben, er könnte nun abheben. "Ich bin immer noch Adam, das Kind meiner Mutter."

Das Rossini gibt es in München übrigens seit zwei Jahren tatsächlich, auf das Soul Kitchen wird Hamburg – jedenfalls mit Adam Bousdoukos als Wirt – wohl vergeblich warten. Er will sich künftig ganz der Schauspielerei widmen. "Wenn ich einen leer stehenden Laden sehe, kribbelt es zwar immer noch in den Fingern", sagt er. "Aber inzwischen geht’s mir wie dem Koch in Soul Kitchen, der sagt: ‚Ich weiß so viel über Läden, dass ich keinen eigenen haben will’."