Die Regiebrüder Joel, 55, und Ethan Coen, 52, erzählen in ihrem jüngsten Werk, A Serious Man, in Form einer Satire von ihrer jüdischen Herkunft im Amerika der sechziger Jahre. Sie porträtieren einen Physikprofessor, in dessen skurriler Familie sich die Ereignisse plötzlich überschlagen. Wir sprachen mit den beiden unkonventionellen Oscarpreisträgern über die Entstehung ihres aktuellen Films, der jetzt in Deutschland anläuft.

ZEIT ONLINE: Ihr neuer Film behandelt die komplizierten Verhältnisse innerhalb einer jüdischen Familie. Es werden Rabbis konsultiert und Bar Mizwas gefeiert. Wie bitte kamen Sie auf diese Grundkonstellation?

Joel Coen: Wir wollten von jüdischen Charakteren erzählen, die sich in der Zeit und Umgebung bewegen, in der wir aufgewachsen sind: den sechziger Jahren im Mittleren Westen Amerikas.

ZEIT ONLINE: Sie porträtieren die Rabbiner und Ihre jüdische Gemeinschaft mit einem satirischen Unterton. Basieren all diese Figuren auf Menschen, die Sie wirklich kannten?

Joel Coen: Wir lassen uns immer durch Leute inspirieren, die wir in unserem Leben getroffen haben.

ZEIT ONLINE: Und wie reagierte die jüdische Gemeinde darauf? Gab es Beschwerden?

Ethan Coen: Nein, bisher gab es kaum negative Kritik. Ich denke aber, das hat auch damit zu tun, dass orthodoxe Juden kaum ins Kino gehen und sich daher auch nicht dazu äußern werden. Von denjenigen, die den Film gesehen haben, gab es durchweg sehr positiv Reaktionen.

ZEIT ONLINE: Haben Sie dieses Wohlwollen erwartet?