Es sei ein "ganz deutliches Ergebnis" gewesen, sagte Jury-Präsident Werner Herzog: Bal  (Honig) des türkischen Regisseurs Semih Kaplanoglu ist der beste Film der 60. Berlinale. Die Geschichte um einen kleinen Jungen und seinen Vater, einen Bienenzüchter, gewann den Goldenen Bären.

Der Silberne Bär für den besten Regisseur ging an Roman Polanski für seinen Film Der Ghostwriter. Die französisch-deutsch-britische Co-Produktion handelt von dem ehemaligen britischen Premier Adam Lang (Pierce Brosnan), der seine Memoiren veröffentlichen will. Sein Ghostwriter (Ewan McGregor) merkt, dass er einen gefährlichen Job angenommen hat, als Lang vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag angeklagt wird, weil er Terrorverdächtige an die CIA ausgeliefert haben soll.

Die Produzenten Robert Benmussa und Alain Sarde nahmen den Preis stellvertretend für Polanski entgegen. Sarde sagte, er habe mit dem Regisseur gesprochen, der derzeit in der Schweiz unter Hausarrest steht. "Polanski sagte: Selbst wenn ich könnte, ich würde nicht kommen, denn beim letzten Mal, als ich auf ein Festival ging, wurde ich verhaftet." Polanski war Ende September 2009 auf dem Weg zum Züricher Filmfestival festgenommen worden. Grund war ein seit 1978 bestehende Haftbefehl der US-Behörden gegen Polanski, der vor mehr als 30 Jahren in Kalifornien eine 13-Jährige vergewaltigt haben soll.

Der Große Preis der Jury, ebenfalls ein Silberner Bär, überreichte die Schauspielerin und Jury-Beisitzerin Renée Zellweger dem rumänischen Regisseur Florin Serban für seinen Filmdebüt If I want to whistle, I whistle. Das Drama um einen jugendlichen Straftäter, der eine extreme Entscheidung trifft, um seinem jüngeren Bruder ein besseres Leben zu ermöglichen, wurde außerdem noch mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet. Dieser Preis wird in Erinnerung an den Gründer der Berlinale für einen Spielfilm vergeben, der neue Perspektiven der Filmkunst eröffnet. Der 35-jährige Regisseur sagte, er widme seinen Film "den Kindern, die ihre Mütter nie getroffen haben."

Als beste Schauspielerin wurde die Japanerin Shinobu Terajima für ihre Rolle als Ehefrau eines verkrüppelten Kriegsveteranan in dem Film Caterpillar ausgezeichnet. Der Regisseur Koji Wakamatsu nahm den Preis stellvertretend für seine Hauptdarstellerin entgegen, die nicht selbst nach Berlin kommen konnte.

Der Silberne Bär für den besten Schauspieler wurde in diesem Jahr gleich zweimal vergeben: an die beiden Protagonisten des russischen Spielfilms How I Ended This Summer, Grigori Dobrygin und Sergei Puskepalis. Sie spielen zwei Männer, die zusammen auf einer Polarstation im Arktischen Meer arbeiten.

How I Ended This Summer wurde ebenfalls mit einem weiteren Silbernen Bären für die herausragende künstlerische Leistung des Kameramann gewürdigt. Stellvertretend für Pavel Kostomarov nahm der Regisseur Alexej Popogrebski den Preis entgegen