Mit neun Nominierungen und einem Einspielergebnis von mehr als zwei Milliarden Dollar galt James Camerons Science Fiction Epos Avatar als Favorit für die diesjährigen Oscars. Drei konnte er am Ende gewinnen. Wenige Tage vor der Verleihung sprachen wir mit James Camerons Langzeitproduzent Jon Landau über seinen Siegeszug, die Zukunft von 3D und sein Gespür für visionäre Blockbuster.

ZEIT ONLINE: Avatar hat weltweit bislang mehr als zwei Milliarden Dollar eingespielt und ist damit der erfolgreichste Film aller Zeiten. Zu welchem Zeitpunkt der Produktion wussten Sie, dass Sie ein Ass im Ärmel haben?

Jon Landau: Ich war schon immer vom Erfolg des Films überzeugt, aber mit so einem Ergebnis hat niemand von uns gerechnet. Ich wache immer noch jeden Morgen auf und wundere mich aufs Neue.

ZEIT ONLINE: Mit den Einnahmen dürften Sie und James Cameron endgültig für alle Zeiten ausgesorgt haben.

Landau: Vor allem ist es ein schönes Gefühl, wenn deine Ideen, an denen du jahrelang arbeitest, auch beim Konsumenten ankommen.

ZEIT ONLINE: Wie schon bei Ihrem Film Titanic zweifelten Kritiker auch während der Entstehung von Avatar, ob sich die immensen Herstellungskosten an der Kinokasse auszahlen würden. Hatten Sie während dieser Zeit auch manchmal Ängste, dass Sie, wenn Sie scheitern, geschätzte 200 Millionen Dollar in den Wind blasen?

Landau: Nein. Ich konnte mir die Chancen vorab gut ausrechnen. James Cameron wollte Regie führen, das Drehbuch war stark – und die ersten Setdesigns waren phänomenal. Ich wusste, dass ich im schlechtesten Falle bei Null herauskommen werde.

ZEIT ONLINE: Sie arbeiten nun seit fünfzehn Jahren mit James Cameron, doch bis auf Titanic, Avatar und Steven Soderberghs Solaris haben Sie keinerlei andere Filme produziert. Wieso nicht? Einen guten Riecher scheinen Sie doch zu haben!

Landau: Den habe ich vielleicht gerade deshalb. Ein guter Film hat immer mit Leidenschaft zu tun. Und die muss bei mir entflammt sein, dass ich eine Produktion wirklich gut meistern kann. Deshalb konzentriere ich mich lieber auf wenige Filme, anstatt meine Energie in vielen halbherzigen Versuchen zu verbrennen.

ZEIT ONLINE: Avatar gilt als Meilenstein der Technik. In welche Richtung wird sich das Kino Ihrer Meinung nach entwickeln?