Albträume, die sie mit Kohlestift zu Papier bringt, plagen Anna in der Nacht. Als Einzige hat sie ein Massaker überlebt, das deutsche Soldaten 1944 an den Bewohnern eines italienischen Bergdorfs verübt haben. Seitdem lebt sie dort oben allein und in kargen Verhältnissen. Eines Tages kommt ein Fremder – und Anna bekommt fünf Jahre nach der Tragödie überraschend die Gelegenheit, Rache zu nehmen.

Der Kurzfilm, den Dirk Roggan 2004 produziert hat, wurde weltweit auf 147 Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet . Ohne Dialoge und nur mit einem kurzen Verweis im Off auf das zurückliegende Geschehen vertraut der Film auf die Kraft der Bilder. Die Kamera konzentriert sich auf die Gesichter der zwei Protagonisten, Pheline Roggan als Anna und Steffen Schroeder als Soldat. Die Filmbewertungsstelle urteilte über das Spiel von Pheline Roggan: "(Sie lässt) als Anna glaubhaft schmerzliche Verletztheit, Wut und Rachegefühle und die Erkenntnis des Abschiednehmens von einer grausamen Vergangenheit mit minimaler Mimik und kleinen Gesten spürbar werden."

In der Beurteilung der Jury heißt es weiter: "Ein gelungener kleiner Film mit starken Momenten, der einem präzisen Drehbuch mit guter Dramaturgie vertrauen durfte." Der Film wurde mit dem Prädikat "wertvoll" ausgezeichnet. Die Erfahrungen, die Dirk Roggan mit ihm auf Festivals machte, brachten ihn dazu, ein eigenes Filmfest zu gründen: die Wendland Shorts.

Zum Film

Länge: 10 Minuten 17 Sekunden. Mit Pheline Roggan und Steffen Schroeder. Buch und Regie: Sören Hüper und Christian Prettin. Produktion: Dirk Roggan, gemeinsam mit der Produktionsfirma Honnom des Autoren- und
Regisseurduos