"Ich kann es nicht glauben, ich kann es nicht glauben, es ist eine große Ehre", freute sich Sofia Coppola. Die 39-Jährige erhielt am Samstagabend den Hauptpreis des ältesten Filmfestivals der Welt . In ihrem Film Somewhere beschreibt Coppola die innere Leere eines Hollywoodstars , herausragend gespielt von Stephen Dorff. Dabei fängt die Tochter von Regielegende Francis Ford Coppola wie schon in ihrem gefeierten Werk Lost in Translation eine einzigartige Stimmung ein, so dass Leere und Hoffnungslosigkeit der Hauptfigur für die Zuschauer deutlich zu spüren sind.

Zuletzt hatte 2001 eine Frau den Hauptpreis in Venedig gewonnen: Mira Nair für Monsoon Wedding .

Coppola, die sich auch bereits mit Werken wie Marie Antoinette und The Virgin Suicides einen Namen gemacht hat, setzte sich damit gegen 23 Konkurrenten durch. Auch gegen den deutschen Regisseur Tom Tykwer, der mit seinem neuen Werk Drei um eine Dreiecksbeziehung ins Rennen um die Preise gegangen war. Doch nicht nur Tykwer ging leer aus. Immerhin vier italienischen Filme waren im Wettbewerb, keinem davon gelang es, die siebenköpfige Jury unter US-Regisseur Quentin Tarantino zu überzeugen.

Die glückliche Preisträgerin sagte, der Preis sei sehr wichtig für den Film. Ein besonderer Dank gehe an ihre Eltern, sagte Coppola, vor allem an den Vater und übermächtigen Filmregisseur, "der mich unterrichtet hat". Francis Ford Coppola hatte bereits 1992 einen Goldenen Löwen in Venedig erhalten, allerdings für sein Lebenswerk.

Die Jury habe sich einhellig für Somewhere entschieden, sagte der Jurypräsident und Coppolas Ex-Freund Tarantino: "Dieser Film hat uns von der ersten Szene an verzaubert, ist zu einer Passion geworden. Und auch wenn wir dann vielleicht über einen anderen Film gesprochen haben, sind wir auf diesen Film zurückgekommen."