"Er wusste zu lachen", sagt der Schauspieler über Claude Chabrol, der als letzter mit ihm gedreht hat: Gérard Depardieu. Er spielte die Hauptrolle in Chabrols letztem Film Kommissar Bellamy , der 2009 auf der Berlinale vorgestellt wurde. "Er liebte das Essen, er hatte ein sehr großes Herz und einen geistreichen Witz. Er trug die Geschichte des Kinos in sich, Leidenschaft, und auch Kindlichkeit, das Lachen und das Vergnügen", sagte Depardieu.

Isabelle Huppert, die wohl wichtigste Schauspielerin in Chabrols Werk, sagte über ihren Mentor: "Er filmte mich immer ein bisschen so, als sei ich seine Tochter, er hat mich nie als Objekt der Begierde gefilmt, was manchmal das Verhältnis zwischen einem Regisseur und seiner Darstellerin ausmacht."

Huppert wirkte in sieben Filmen Chabrols mit. Sie war seine Madame Bovary , die Engelmacherin in Eine Frauensache , die Mörderin in Süßes Gift und Biester , die Untersuchungsrichterin in Geheime Staatsaffären . "Von Film zu Film bin ich eine Art Doppelgängerin von ihm geworden, von seiner Gedankenwelt, dessen was er ausdrücken wollte; er hat mich nie unmittelbar darum gebeten, aber diesen Wunsch dadurch ausgedrückt, indem er mich jedes Mal wieder bat, für ihn Filme zu machen."

 Thierry Frémaux, der künstlerische Direktor des Filmfestivals von Cannes, würdigte Chabrol im Nouvel Observateur als einen der Regisseure, "die das internationale Kino erneuert haben". Die Nachricht habe ihn wie ein Donnerschlag getroffen, weil Chabrol mit einer derartigen Energie und Lebensfreude arbeitete, dass man den Eindruck hatte, er könne nicht aus dem Leben verschwinden.

Auch der Leiter der Berlinale, Dieter Kosslick, reagierte mit Betroffenheit auf den Tod des französischen Regisseurs. "Wir haben einen großartigen Regisseur, kritischen Geist und Bonvivant verloren", sagte Kosslick. In seinen psychologischen Dramen und Kriminalfilmen habe Chabrol immer wieder erbarmungslos das Bürgertum analysiert. "Claude Chabrol war voller Humor und verstand es, Gesellschaftskritik mit Genuss und Unterhaltung zu verbinden."

Mit neun Filmen war Chabrol auf der Berlinale vertreten, für seinen zweiten Spielfilm Schrei, wenn Du kannst wurde er 1959 gleich mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. 2009 erhielt Chabrol die Berlinale- Kamera für sein Lebenswerk und seine Verdienste um den Film.