In vier Kategorien verlieh Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) in Hamburg den mit 30.000 Euro dotierten Filmpreis in Gold. Als bester "Spielfilm bis sieben Minuten" wurde Underground Odyssey von Christos Dassios von Olymp Film in Köln ausgezeichnet. In breitem Kölsch und sechs Minuten erzählt ein Ganove in einer Tiefgarage die beiden antiken griechischen Epen Odyssee und Ilias . "Perfektes Timing und eine visuelle Gestaltung, die gekonnt mit Fluchtpunkten spielt, erzeugen eine untergründige Sogwirkung", befand die Jury.

Der Film Manolo der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin überzeugte die Juroren wegen der "schieren Lust am Filmemachen". Regisseur Robert Bohrer karikiere in der witzigen Coming-of-Age-im-Freibad-Skizze seine Protagonisten liebevoll, denunziere sie aber nie. In der Kategorie Animations-/Experimentalfilm ging die Trophäe an Love & Theft (Studio Film Bilder, Stuttgart) von Andreas Hykade. Dieser verstehe es wie kaum ein anderer Trickfilmer, Animation auf die Essenz zu konzentrieren.

Bester Dokumentarfilm wurde ein Beitrag der Kölner Kunsthochschule für Medien. Holding Still porträtiert eine querschnittsgelähmte Frau, die ihre Umgebung durch Überwachungskameras beobachtet – laut Jury einfühlsam komponiert von Regisseur Florian Riegel. Der mit 20.000 Euro dotierte Sonderpreis ging an Jessi von Mariejosephin Schneider. "Die Suche einer Elfjährigen, deren Mutter in Haft ist, wird unaufgeregt und echt erzählt", urteilte die Jury.

Insgesamt wurde ein Preisgeld von 230.000 Euro vergeben. Aus 248 Vorschlägen hatte die Jury zehn Filme nominiert. Schon eine Nominierung brachte den Machern der Streifen eine Prämie von je 15.000 Euro ein. Der Kurzfilmpreis wird seit 1956 vergeben. Seitdem hat er sich zu einem wichtigen Experimentierfeld und Sprungbrett für junge Filmemacher entwickelt. Unter den bisherigen Preisträgern finden sich prominente Namen wie Wim Wenders, Werner Herzog und Tom Tykwer. Es ist die am höchsten dotierte Auszeichnung für dieses Genre in Deutschland.