Als Daniel (Unax Ugalde) ankommt, liegt Zürich im Schnee. Sein neuer Job hat ihn dorthin verschlagen. Er ist Koch, und in Bilbao, wo er vorher lebte, stand seine Karriere still. Bloß seine Freundin ist noch da. Für seine Ambitionen als Sternekoch hat er sie zurückgelassen.

Doch er bleibt nicht lang allein: An seinem neuen Arbeitsplatz, ein renommiertes Restaurant, trifft er bald auf Hanna, die dort als Sommelière arbeitet. Die beiden fühlen sich sofort zu einander hingezogen. In Hanna, einer quirligen, lebensfrohen Endzwanzigerin, findet Daniel seine Seelenverwandte. Bis zum Morgengrauen verbringen sie am Telefon in intensiven Gesprächen, doch jeder von ihnen hängt noch in einer alten Beziehung fest.

Hanna hat eine Affäre mit dem sehr viel älteren Besitzer des Restaurants Thomas (Herbert Knaup), der sie mit vagen Versprechungen über eine gemeinsame Zukunft hinhält. Daniels Fernbeziehung ist auch nicht glücklicher. Als Hanna Daniel eines Abends küsst, wirft sie die Karrierepläne des erfolgsorientierten Kochs über den Haufen. Eine ungewollte Schwangerschaft und einen Nervenzusammenbruch später fliehen die beiden vor dem Schweizer Gefühlschaos zurück ins spanische Bilbao.

Nachdem beide ihre alten Beziehungen beendet haben, wollen Daniel und Hanna nicht so recht zueinander finden. Ein ermüdendes Hin und Her. Sie, enttäuscht, einsam und immer noch hochschwanger, kehrt nach der Trennung von Freund Thomas zurück in ihre Heimat München. In der Zwischenzeit stürzt sich Daniel in die Arbeit. Voneinander getrennt, sind sie gemeinsam einsam.

Bon Appetit vereint viele der Zutaten, die eine ordentliche Romanze braucht: Schöne Menschen in schöner Umgebung und tatsächlich auch gute Schauspieler. Nora Tschirner, die bislang nur für ihre Komödien (Keinohrhasen) bekannt war, spielt Hanna mit einer ungewöhnlich großen Ausdruckskraft.

Doch der Regisseur David Pinillos folgt in behäbigen Bildern seinen Figuren, wie diese sich zwischen Liebe, Freundschaft und Sehnsucht bewegen. Pinillos arbeitete zehn Jahre lang als Cutter für diverse spanische Film- und Fernsehproduktionen. Als Cutter, sollte man meinen, müsste er die Bedeutung von Timing und Rhythmus kennen. Umso mehr überrascht die Trägheit, mit der Bon Appetit über 90 Minuten vor sich hin dümpelt.

Wenn die Handlung hängt, lässt Pinillos schnell mal die Fruchtblase platzen und schreckt mit einer chaotischen Hals-über-Kopf-Geburt die Zuschauer wieder aus dem Halbschlaf. Es scheint, als seien die hektischen Episoden aus Küchen- und Liebesalltag Kalkül des Regisseurs, um darüber hinweg zu täuschen, dass der Großteil des Films eigentlich nur aus einem besteht: warten. Und das genau ist das Problem. Im Grunde ist alles zu beschaulich: Zwei erfolgreiche, hübsche Menschen im verschneiten Züricher Postkartenidyll. Hier hat niemand wirklich viel zu verlieren.