Diesmal hat Yogi Bär einen Picknicktisch zum Katapult umgebaut. Die hier abgestellten Körbe landen per Schnappverschluss in den großen, wartenden Tatzen – so stellt der Bär sich das vor, und eigentlich macht der Trickfigur keiner etwas vor, wenn es darum geht, Picknickkörbe zu klauen. Doch wenn der Bär kurz vor Weihnachten zurückkehrt auf die große Leinwand, ist sein Leben alles andere als ein gemütliches Picknick. Die Äpfel landen im Gestrüpp und die Torte im Gesicht.

Ein korrupter Bürgermeister möchte den Jellystone-Park, Yogis Lebensraum, verkaufen, um Geld in die Stadtkasse zu erwirtschaften. Yogi und seine Freunde, das Bärchen BooBoo und der Parkranger Smith (Tom Cavanagh), müssen nun möglichst schnell den Park profitabler gestalten. Mehr Besucher sollen her. Dafür muss Yogi Bär lernen, sich zurückzuhalten: keine Picknickkorb-Diebstähle mehr!

Eine Herausforderung für Yogi, der sich selbst für intelligenter als den Durchschnittsbären hält und so gerne im Mittelpunkt steht. Er lockt die Besucher auf andere Weise, schnallt sich zum Beispiel auf Wasserskier, um ein wenig Spannung zu bieten. Wie meistens überschätzt Yogi zwar nicht seine Entertainment-, aber seine motorischen Fähigkeiten. Er landet im vorbereiteten Feuerwerk, die Raketen schießen ins Publikum und die gutgemeinte Aktion versinkt im Chaos.

Seit über 50 Jahren tappt Yogi Bär von einem Fettnapf zum nächsten. Seinen ersten Auftritt mit Schlips, Kragen und Anglerhut hatte er bereits 1958 in der Huckleberry Hound Show. Schnell wurde er so beliebt, dass seine Erfinder, das Zeichnerduo Hanna-Barbera, (die auch für die Familie Feuerstein verantwortlich zeichneten) ihm nicht nur eine eigene Serie, sondern auch einen Kinofilm verschafften.

Der lief mit großem Erfolg 1964. Es folgten Comicstrips, unzählige Episoden und Serien fürs Fernsehen, in denen Yogi auch mal durchs All schwebte. Seine Mission: ein eskapistisches Gegenmodell zu unserer hektischen Gegenwart zu bieten. Alles, was der faule Bär will, ist ein Platz an der Sonne und eine Hand auf dem Bauch. Das ist nicht immer leicht zu bekommen.

Auch diesmal bringt ihn sein Hedonismus in einen Gewissenskonflikt, der – das kann man so sehen – ein großer Konflikt unserer Gegenwart ist. Wir alle suchen nach der Balance zwischen unserem interessengeleitetem Individualismus und der Verantwortung für unsere Umwelt und fragen uns: Wie sehr darf ich mich selbst verwirklichen, ohne andere zu beeinträchtigen?

An dieser wichtigen Frage arbeitet sich Yogi Bär jetzt dreidimensional ab. Es sind spielerisch-schöne Animationen und gelungene Pointen. Und egal, wie tollpatschig Yogi sich anstellt, sein Enthusiasmus bleibt ebenso ansteckend wie seine Gemütlichkeit. Darum glaubt man ihm nicht nur seine Bemühungen, sich zurückzunehmen und den Park zu retten, sondern fiebert auch bei jedem neuen Picknickkorbklau-Plan mit. Das nächste Mal wird er aufgehen. Ganz sicher.