Elizabeth Taylors größter Film war ihr eigenes Leben – mit Richard Burton als wichtigstem Co-Star und sechs weiteren Ehemänner in den Nebenrollen. Die Requisiten: Juwelen, Yachten und zu viel Alkohol.

Dame Elizabeth Rosemond Taylor wurde am 27. Februar 1932 als Tochter eines amerikanischen Kunsthändlers und einer Schauspielerin in London geboren. Die Mutter schickte das Mädchen schon früh in die Ballettschule und verschaffte ihr erste Filmrollen. Mit elf hatte Liz die ersten Publikumserfolge: in einem Lassie -Film, in Jane Eyre und National Velvet . Sie musste Streckgymnastik absolvieren, weil sie zu klein für ihre Rolle war. Beim Sturz vom Pferd verletzte sie sich an der Wirbelsäule: Die Taylor lernte früh die Schattenseiten ihres Berufes kennen.

Schon als Kinderstar hatte sie einen Sieben-Jahres-Vertrag mit dem Hollywood-Studio MGM. Sie nahm Unterricht an der Hawthorne School und in der MGM-Theaterschule. Vor allem aber lernte sie ihren Beruf am Set. An der Seite von James Dean in Giganten erlebte Taylor 1956 ihren Durchbruch ins ganz große Kino. Von nun an konnte sie sich ihre Rollen aussuchen, spielte in Klassikern wie Die Katze auf dem heißen Blechdach (1958) und Plötzlich im letzten Sommer (1959) nach Tennessee Williams und in Telefon Butterfield 8 , das ihr 1960 den ersten Oscar einbrachte.

Dann kam Cleopatra , der Film, der das Image der Diva mit den Fliederaugen besiegelte. Schon zuvor hatte sie Luxusgeschöpfe gespielt, nun wurde sie in dem bilderreichen Monumentalfilm zu ihrem eigenen Denkmal: als mächtige, manipulierende, aber auch idealistische Herrscherin. Sie war die erste Schauspielerin, die eine Gage von einer Million Dollar fordern konnte – und sie auch bekam.

Elizabeth Taylor – ihr Leben in Bildern. Für weitere Fotos klicken Sie bitte auf dieses Bild. © David Cairns/Express/Getty Images

Die männliche Hauptrolle spielte Richard Burton, den Taylor bereits seit den frühen fünfziger Jahren flüchtig kannte. Bei den Dreharbeiten kamen sich beide näher. Sowohl Taylor als auch Burton waren damals verheiratet, Taylor bereits in vierter Ehe.

Für die aufblühende Boulevardpresse war die Affäre ein gefundenes Fressen, für den Vatikan – man drehte in Rom – ein Skandal. Als das Verhältnis im April 1962 publik wurde, nahmen Fotografen und Fans Taylor und Burton unter Dauerobservation. Die beiden blieben demonstrativ gleichgültig; es war die Zeit der sexuellen Revolution, und das unkonventionelle Paar spielte darin eine maßgebliche Doppelrolle.

1964 heirateten Taylor und Burton. Doch auch als Ehepaar hielten sie sich nicht an Konventionen. Es ist kein Zufall, dass Taylor ihren zweiten Oscar 1967 für die Rolle der Martha in Wer hat Angst vor Virginia Woolf bekam. Sie und Burton spielen ein Paar, das seinen Psychoterror zelebriert. Ähnlich wie im wahren Eheleben, das geprägt war von Affären, dramatischen Streits und Versöhnungen.