Um es gleich vorweg zu sagen: Iron Doors , der neue Film des Regisseurs Stephen Manuel, ist von vorn bis hinten miserabel. Seine möchtegern-geheimnisvolle Eröffnung bedient sich aufs Plumpeste des Horror-Repertoires der Saw -Serie oder der Cube -Filme: Ein Mann wacht in einem verliesartigen Tresorraum auf, ohne Erinnerung daran, wie er dorthin gekommen ist.

In den folgenden 80 Minuten muss sich der von Axel Wedekind als Karikatur eines Yuppies fluchend und hampelnd dargestellte Mark verschiedenen Prüfungen unterziehen. Was als Entwicklungsstück angelegt ist, gerät visuell, sprachlich und darstellerisch schnell zur Posse.


In 3-D (darüber wird noch zu sprechen sein) verwesen Ratten ( Mickey, the rat ), wird in rauen Mengen Urin getrunken ("Schlimmer als alkoholfrei") sowie versucht, die Tresortür in Brand zu stecken ("Brenn, du Bitch"). Als Mark sich in einen zweiten Raum vorgearbeitet hat, findet er die Afrikanerin Deka (gespielt von Rungano Nyoni) in einem Sarg eingeschlossen.

Noch unschlüssig, ob es sich um einen seiner Peiniger oder eine Gepeinigte wie ihn handelt, sagt Mark den programmatischen Satz: "Entweder du bist eine verdammt gute Schauspielerin, oder wir sitzen im selben Boot". Leider stimmt Letzteres.

Als Deka in dieser feuchten Fantasie pubertierender Männer schließlich den unvermeidlichen Sex mit Mark hat, fällt ihm nur ein zu sagen: "Ah! Brüste ohne Silikon. Das gefällt mir". Es bleibt einer der wenigen vollständigen Sätze des Films. Damit wäre an dieser Stelle eigentlich alles gesagt, würde sich Iron Doors nicht rühmen, der "erste deutsche Independent-Film in 3-D" zu sein.

Noch hat die Zuschreibung independent eine Rest-Aura, die sich aus einer vermeintlichen Opposition zum Mainstream Kino speist. Diese Aura wird von Produktionen wie Iron Doors sträflich und fahrlässig beschädigt. Independent , das heißt eben nicht nur Low-Budget, sondern auch einen Entwurf einer durch das Kino vermittelten Welt anzubieten, der dem standardisierten Blick entgegen steht. Die zwei Schlachtrösser der linken Theorie, Alexander Kluge und Oskar Negt, haben das einmal mit dem Satz: "Gegen Produktion hilft nur Gegenproduktion" beschrieben.

Zum anderen wird hier, wie zuletzt des Öfteren, ein formal wie inhaltlich missratener Film mit dem Einsatz von 3-D beworben. Diese Technik könnte für das Kino eine ebenso bedeutende Entwicklung anstoßen wie Ton oder Farbe. Es ist bemerkenswert, wie unbedarft sie hier eingesetzt wird.