Marco freut sich auf Weihnachten und auf seinen Vater, der als Pilot kaum Zeit für die Familie hat. Auch an Heiligabend muss er unerwartet fort – einen Kollegen vertreten, sagt Marcos Mutter. Ohne sich von seinem Sohn zu verabschieden, fährt er davon. Marco spürt, dass seine Eltern ihm etwas verheimlichen, zweifelt aber zunächst an seiner eigenen Wahrnehmung. Schließlich versucht er, die Wahrheit herauszufinden. Was er entdeckt, erschüttert sein Urvertrauen in den heroisierten Vater.

Als Marcos Vater einen Tag vor Heiligabend von der Arbeit zurückkehrt, geht er mit Marco an einen zugefrorenen See zum Schlittschuhlaufen. Das getrübte Eis wird zu einem zentralen Stilmittel des Films und symbolisiert die Undurchsichtigkeit und die Lügen des Vaters.

Auf dem See entdeckt Marco einen eingefrorenen Fisch, der beim Versuch, frischen Sauerstoff zu atmen, an der Oberfläche festgefroren ist. Marco möchte wissen, warum der Fisch die Gefahr nicht rechtzeitig bemerkt habe. Die Mutter antwortet, dass man einen Fehler manchmal erst bemerke, wenn es schon zu spät sei. Dabei steht der Fisch allegorisch für die Schuld, die beide Elternteile tragen.


Dem Regisseur Lukas Miko gelingt es anhand dieser subtilen Stilmittel, die Handlung des Films erlebbar zu machen. Dabei entscheidet er sich bewusst für ein langsames Erzähltempo, um Marcos Leben unter der Kontrolle seiner Eltern in eine ästhetische Form zu bringen. Er setzt gezielt Plansequenzen ein, die es dem Zuschauer erlauben, sich schrittweise auf die Handlung einzulassen. Miko vermischt die subjektive Wahrnehmung Marcos mit der Wirklichkeit und widmet sich auf einfühlsame Weise der Gefühlswelt des achtjährigen Jungen.


Zum Film:

Länge: 28 min; Regie und Buch: Lukas Miko; Produktion: Naked Eye Filmproduktion GmbH; Kamera: Martin Gschlacht;
Schnitt: Bernd Schlegel; Darsteller: Felix Steitz, Anna Schudt, Andreas Patton, u.a.