Der Schauspieler Jürgen Hentsch ist tot. Er starb nach langer Krankheit im Alter von 75 Jahren in Berlin. Seine Ehefrau Wassilka bestätigte den Tod.

Hentsch wurde durch zahlreiche Charakterrollen in Film, Fernsehen und Theater bekannt, unter anderem verkörperte er den Schriftsteller Heinrich Mann, den SPD-Politiker Herbert Wehner und Shakespeares Macbeth.

Hentsch wurde 1936 in Görlitz geboren. Nach dem Abitur besuchte er die Staatliche Schauspielschule Ernst Busch in Berlin. Seit den sechziger Jahren trat er auf DDR-Bühnen auf. Am Deutschen Theater in Berlin spielte er unter anderem in Rolf Hochhuths Der Stellvertreter, den Leicester in Schillers Maria Stuart und in Shakespeares Richard III. unter Manfred Weckwerth.

Noch zu DDR-Zeiten startete Hentsch eine Fernseh- und Filmkarriere. Sein Debüt gab er 1966 in dem Film Karla. Zu seinen weiteren Filmen gehörte das Antikriegsdrama Ich war neunzehn.

Nach der Wende wurde er für große TV- und Filmproduktionen engagiert. Mit dem Film Der Totmacher mit Goetz George wurde er einem größeren Publikum bekannt. Weitere Produktionen, in denen Hentsch spielte, waren das Dokudrama Im Schatten der Macht, wo er den SPD-Politiker Herbert Wehner verkörperte, und Dieter Wedels Der Schattenmann. Hentsch trat auch in mehreren Tatort-Folgen und Serien, etwa Alarm für Cobra 11, auf.

Für seine Rolle als Heinrich Mann im Mehrteiler Die Manns (2001) wurde Hentsch mit dem Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet.