Erst am 13. September 2011 war Harald Schmidt in dem Privatsender an den Start gegangen, nun ist Schluss mit lustig: Nach einer Saison beendet Sat.1 die Harald Schmidt Show. In "intensiven Gesprächen" habe man sich "darauf verständigt", dass in wenigen Wochen Schluss ist, teilten Sat.1 und die Produktionsfirma Kogel & Schmidt mit.

"Die Sendungen waren gut, die Quoten waren es insgesamt noch nicht", sagte Produzent Fred Kogel, seit Jahren Schmidts Geschäftspartner und früher Sat.1-Geschäftsführer. "Eine tägliche Late-Night-Show braucht entsprechende Rahmenbedingungen und vor allem Zeit. Wenn man darüber keine Einigung erzielen kann, hört man besser auf."

Sat.1-Geschäftsführer Joachim Kosack verabschiedete Schmidt mit einem Kompliment: "Harald Schmidt ist für mich persönlich Late Night der Extraklasse", sagte er. Doch auch die Erhöhung der wöchentlichen Frequenz auf drei Ausgaben habe die Fangemeinde leider nicht ausreichend erweitern können. Mit der Sendung ist nun am 3. Mai Schluss. Seinen scheidenden Protagonisten zitierte der Sender mit nur einem Wort: "Schade".

Schmidt verlässt seine Heimat

Noch zum Jahresbeginn hatte Schmidt "bessere Rahmenbedingungen" vom Sender erhalten. Sat.1 hatte ihm statt zwei Sendeplätze pro Woche drei (von Dienstag bis Donnerstag jeweils um 23.15 Uhr) gegeben, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.

Die Marktanteile der Show reichten aber bei Weitem nicht an den Durchschnitt des Senders heran. Sat.1 erzielt derzeit 10,2 Prozent im Segment des von den Privatsendern umworbenen Publikums zwischen 14 und 49 Jahren.

Der Sender ist die alte Heimat des Entertainers und Kabarettisten. Von 1995 bis 2004 war er nach seinem Karrierestart beim WDR und in der ARD eine feste Größe im Sat.1-Programm gewesen. Schmidt verabschiedete sich vom Sender, als der damalige Geschäftsführer Martin Hoffmann gehen musste.

Reaktionen im Netz

Bei der ARD fand er Unterschlupf, startete auch mit guten Quoten. Die ließen jedoch nach, auch in der Phase, als Oliver Pocher sein Partner wurde. Schmidts 2011 auslaufender ARD-Vertrag wurde nicht verlängert – daraufhin kehrte er im Herbst zu Sat.1 zurück. 

Im Netz sind die Reaktionen zahlreich: "Tschüss Dirty Harry", schrieben Fans . "Hoffentlich kommt er bald wieder", hieß es. Und: "Ich möchte nicht Bürger in einem Land sein, in dem Mario Barth eine Show hat, Harald Schmidt aber nicht." Andere zogen Parallelen zu einem weiteren quotengefährdeten TV-Star: "Ob Gottschalk sich freut, dass er Harald Schmidt überdauert hat?" Andere machten Vorschläge: " Schmidt könnte jetzt Gottschalks "Sidekick" machen." Auch Thomas Gottschalk hat mit schwachen Quoten zu kämpfen . Allerdings trägt die ARD die Bemühungen um die Zuschauer für die Vorabendshow in aller Öffentlichkeit aus. Seit einer Reform des Konzepts und dem Umbau des Studios geht es leicht bergauf: Auf 5,4 Prozent am Dienstag.