ZEIT ONLINE:  Herr Brühl , ist 33 ein gutes Alter?

Daniel Brühl: Wie die meisten Menschen hatte ich Bammel vor dem 30. Geburtstag: Baut man jetzt schlagartig ab?, fragte ich mich. In einigen Situationen ist das so.

ZEIT ONLINE: In welchen?

Brühl: Ich kann nicht mehr so ausgiebig feiern. Der Kater dauert länger an. Aber ich freue mich, älter und reifer zu werden. Allerdings habe ich immer noch das Problem mit meinem Gesicht.

ZEIT ONLINE: Problem?

Brühl: Ich sehe jünger aus.

ZEIT ONLINE: Und wo ist jetzt das Problem?

Brühl: Ich habe keine Lust mehr, 20-Jährige zu spielen.

ZEIT ONLINE: Wie wichtig ist für einen Schauspieler die Erfahrung aus früheren Drehs?

Brühl: Ich habe jüngst zwei Filme mit Kindern gedreht. Wenn sie richtig gecastet sind und intuitiv spielen, kannst du gegen Kinder kaum bestehen. Sie spielen derart pur, dass es einen umhaut – obwohl sie über keinerlei Erfahrung verfügen. Aber es tut dem Selbstbewusstsein gut, eine gewisse Erfahrung zu haben, zumal wenn man mit großen Namen arbeitet.

ZEIT ONLINE: Wie Sie in Ihrem neuen Film mit Jane Fonda und Geraldine Chaplin .

Brühl: Die Dreharbeiten waren fast zu harmonisch. Ich bin so deutsch, dass ich denke: Es muss eine Reibung geben, schlechte Laune, Druck, sonst kommt nichts dabei raus.