Was geschieht eigentlich, wenn man "Google" googelt? Zuerst landet man natürlich wieder auf der Suchmaske, aber wer sich wie die beiden arbeitslosen Armbanduhrenvertreter Nick und Billy im Film Prakti.com weiter nach unten scrollt, gelangt an achter Stelle zur Selbstdarstellungsseite des Unternehmens. Auf der wird die Firmenphilosophie in Form von zehn Geboten zum Besten gegeben, glückliche Angestellte berichten von ihren duften Arbeitsbedingungen und mehr als ein Dutzend CEOs blicken vertrauenerweckend in die Kamera. 

Für Nick (Owen Wilson) und Billy (Vince Vaughn) soll die Eigenwerbewebsite des selbstbewussten Konzerns der Schlüssel zum Glück werden. Die beiden sind Mitte Vierzig und von eher analogem Bewusstsein, als sie sich beim Suchmaschinen-Marktführer für ein Praktikum bewerben. Zwischen dem agilen Jungvolk, das auf dem Firmencampus im kalifornischen Mountain View herumschwirrt, wirken die betagten Freunde wie Dinosaurier. 

Die Google-Zentrale präsentiert sich dabei als moderner Garten Eden. Ausgiebig staunen die beiden über Freigetränke, kostenloses Essen, bunt bemalte Google-Fahrräder, sonnendurchflutete Räume, illustre Nerds mit dicken Brillen und hübsche Frauen in kurzen Röcken. Aber auch hier gilt es, sich in einem harten, aber fairen Wettkampf zu beweisen, denn nur fünf Prozent der Praktikanten werden am Ende des Sommers übernommen.

Bei der Teambildung landen die uncoolen Alten natürlich in der Gruppe der Außenseiter, deren Gemeinschaftsgeist es in der folgenden Etappendramaturgie zu stärken gilt. Dabei offenbaren sich die Mittvierziger zwar nicht als begnadete Computergenies, weisen aber die von Ehrgeiz und Existenzängsten zerfressene Millenniumsgeneration in die Künste des zwischenmenschlichen Miteinanders ein.

Zur Stärkung des Spirits werden nicht-digitale Erfahrungen beim Quidditch-Spiel auf dem Sportfeld oder während eines kollektiven Besäufnisses im Stripklub gesammelt. Dass die Außenseiter-Combo am Ende zu den fünf Prozent gehört, die mit einem Arbeitsvertrag beim coolsten Konzern der Welt belohnt werden, ist im erbauungsdramaturgischen Konzept ausgemachte Sache.

Ihre deutlich angestrengt wirkende gute Laune kann die schlichte Komödie von Shawn Levy nur aufrecht erhalten, indem das Heer der 95 Prozent, die zu den Verlierern im Überlebenskampf auf dem Arbeitsmarkt gehören, konsequent ausblendet. Lediglich im Finale wird es kurz als Jubelvolk herangezogen. Schließlich will man in den heiligen Hallen des Google-Konzerns, der hier in einem 120-minütigen Product-Placement schamlos gefeiert wird, keine schlechte Stimmung aufkommen lassen.