TV-Kritik im Sekundentakt: Oft sind die Kommentare auf dem sogenannten Second Screen viel unterhaltsamer als das, was auf dem Fernsehbildschirm zu sehen ist. Die Twittritik auf ZEIT ONLINE erklärt, was die Zuschauer wirklich beschäftigt.

Vor diesem Münchner Tatort hatten die Hauptdarsteller Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec heftig übers Twittern während der Sendung lamentiert. Das lenke doch nur ab vom Film und überhaupt: "Was soll das?" Womit sie allerdings auch den konstruierten, neumedial angesiedelten, boulevardbezogenen Aberwitz ihres neuestens Falls gemeint haben könnten.

Los geht es mit den beliebten manierierten Kamerafahrten: Sportflitzer im Alpenduktus, blutender Fahrer mit Zappelschnittpanik. Und auf welcher bayerischen Alm gibt’s eigentlich Klapperschlangen?

Allmächtig handelt vom zusehends beliebten TV-Thema Branchenbashing. Diesmal wird ein schmieriger Internetstar Opfer seiner Skrupellosigkeit. Und also völlig zu Recht zur Leiche, wo er doch ständig selber über welche geht, für ein paar Klicks mehr.

Und sich auch noch einen diabolischen Künstlernamen zulegt.

Dass da der Leibhaftige die Hand im Spiel haben muss, ahnt auch der schmissige Pfarrer: Anders kann man sich auch nicht erklären, dass sich ein deutscher Netz-Entertainer ein Super-Loft mit Dachterrasse und Swimmingpool in der Münchner City leisten kann.

Verdächtig ist in diesem Tatort praktischerweise jeder, der irgendwie mal Opfer des Mordopfers war: Der Mann der Messie-Frau, die im Netz bloßgestellt wird, der Ex-Nazi und der Pfarrer selbst, dem uneheliche Kinder unterstellt werden. Das lässt eigentlich nur einen Schluss zu: