Der Fernsehmoderator Stefan Raab ist wegen seines Auftritts im Kanzlerduell 2013 für den Grimme-Preis nominiert. Als einer der Wenigen der 62 Nominierten schaffte er es mit einer Einzelleistung in die Endausscheidung. Ansonsten wurden vor allem Sendungen oder Formate nominiert.

In der Fernsehdebatte waren vor der Bundestagswahl Kanzlerin Angela Merkel und ihr Herausforderer Peer Steinbrück gegeneinander angetreten. Moderiert wurde das TV-Duell von vier Journalisten, unter ihnen Raab: Dieser habe sich nach amerikanischem Muster unterhaltend und informativ gezeigt, lobte die Kommission seine Leistung.

Raab hatte mit seinen hartnäckigen Fragen die Kanzlerin und vor allem ihren Herausforderer mehrmals unter Druck gesetzt. So wollte er von Steinbrück wissen, ob er nicht doch Vizekanzler in einer großen Koalition werden würde. Der SPD-Politiker wich immer wieder aus, sodass Raab schließlich sagte: "Das ist doch keine Haltung, zu sagen: Ich will nur gestalten, wenn ich 'King of Kotelett' bin." Diese Redewendung vom "King of Kotelett" blieb einem großen Publikum in Erinnerung.

Unter den weiteren Nominierungen für den Grimme-Preis sind auch zwei Folgen der ARD-Krimireihe Tatort: Angezählt produziert durch den ORF und Borowski und der Engel durch den NDR. Die 44 Jahre alte Fernsehreihe soll außerdem eine Sonderehrung erhalten: Der Stifter des Grimme-Preises, der Deutsche Volkshochschul-Verband, zeichnet den Tatort mit einem Zusatz-Grimme aus. Angesichts des 50. Geburtstags des Grimme-Preises hatte der Verband nach einem besonderen Format gesucht. 

"Hohe Qualität, langer Atem, herausragende Fernseh-Persönlichkeiten und Kultkraft" bescheinigt der Verband dem Krimiklassiker. Sechs Grimme-Preise gingen bisher an die ARD-Reihe, der erste 1989 für einen Schimanski aus Duisburg. Von den fünf neuen Tatort-Teams hat es dieses Jahr allerdings keines in die Nominierungen geschafft.

Außenseiterproduktionen auf Tele 5

In der Kategorie Unterhaltung haben die privaten Sender fast die Vorherrschaft der Öffentlich-Rechtlichen durchbrochen. Sie konnten acht der 17 Nominierungen verbuchen. Gleich dreimal überzeugte der Nischensender Tele 5 die Kommission, ihn zu nominieren. "Bei Tele 5 hat sich eine ganze Kultur von Außenseiterproduktionen etabliert", heißt es zur Begründung.  

Nominiert sind die Sendung Nichtgedanken, in der sich Oliver Kalkofe kritisch bis süffisant mit Biografien Prominenter und Möchtegern-Stars beschäftigt, sowie Playlist – Sound of my Life. In der Sendung versuchen drei Musikkenner einen Prominenten anhand einer Liste seiner Lieblingssongs zu erraten. Darüber hinaus hat Tele-5-Programmgestalter Kai Blasberg die Chance auf einen Spezialpreis.