In der politischen Welt Frank Underwoods gibt es nur zwei Arten von Lebewesen: Schweine am Trog und Schweine auf dem Weg zur Schlachtbank. Yay or nay, entweder dafür oder dagegen. Underwood (Kevin Spacey), demokratischer Kongressabgeordneter und begnadeter Machtpolitiker, weiß, wie dieses Spiel gespielt wird. Während die meisten seiner Konkurrenten nicht einmal ahnen, dass sie längst verloren haben.

Als vor einem Jahr die erste Staffel von House of Cards erschien, wurde sie von Kritikern gefeiert. Die Serie bekam nicht nur die wichtigsten TV-Preise der Welt, sie wurde gar zur Rettung des Fernsehens erkoren. Mit dem Oscarpreisträger Kevin Spacey in der Hauptrolle und David Fincher als Regisseur war die Produktion exzellent besetzt, jede der knapp 50-minütigen Folgen bewegte sich auf Spielfilmformat. Gleichzeitig begründete House of Cards eine neue Art der Erzählstruktur.

Der Videodienst Netflix, der die Serie ausschließlich über das Internet vertreibt, hatte alle 13 Episoden gleichzeitig veröffentlicht. Der Zuschauer war plötzlich vom Zwang des wöchentlichen Rituals und der Qual der Cliffhanger entbunden. Ob er jede Folge einzeln sehen wollte, oder exzessives Dauerglotzen bevorzugte, war jetzt allein seine Entscheidung. Ein Novum in der Geschichte der Serienrezeption.

Nun sind die nächsten 13 Folgen auf Netflix und dem deutschen Bezahlsender Sky Go zu sehen. Die ersten beiden Episoden wurden außerdem im Rahmen der Berlinale auf großer Leinwand gezeigt.

Die Handlung setzt genau dort ein, wo sie vor einem Jahr endete. Underwood hat sich bis zum Vorraum des Präsidenten gemeuchelt, seine Intrigen haben sich ausgezahlt. Zu Beginn der zweiten Staffel wird er zum Vizepräsidenten vereidigt. Und denkt bereits an den nächsten Schritt: "Nur einen Wimpernschlag von der Präsidentschaft entfernt", sagt er in Richtung Zuschauer und reißt damit die vierte Wand ein, wie er es auch in der ersten Staffel immer wieder getan hat. "Demokratie ist so was von überschätzt." Und wir sind Komplizen in seinem Ränkespiel. Gaffer, die sich am Spiel der Macht ergötzen.

Underwood hat hoch gepokert. Sein Kartenhaus droht in Staffel zwei einzustürzen. Die Journalistin Zoe Barnes, mit der er Sex für Informationen tauscht, scheint sein dreckiges Spiel zu durchschauen. Sie sucht mit zwei Kollegen nach Hinweisen darauf, ob Underwood in den Mord an seinem ehemaligen Verbündeten Peter Russo involviert war. In Polizeiakten finden sie Ungereimtheiten, die zwar noch nichts beweisen. Doch sie legen zumindest eine Schlinge, die Underwood gefährlich werden könnte.