Eine Geschichte über zwei alte Leute, denen ständig etwas in die Quere kommt, und die darüber fast vergessen, was sie eigentlich vorhatten. Mit dieser Idee setzte sich der schwedische Zeichner und Kinderbuchautor Sven Nordqvist 1984 an sein erstes Buch. Daraus entstand die Männerwirtschaft aus dem Bauern Pettersson und seinem Kater Findus. Zehn Bände füllen die Abenteuer der beiden Sonderlinge inzwischen. Dazu kommen diverse Lieder-, Koch- und Wimmelbücher, eine TV-Serie, vier animierte Kinofilme, ein Musical und Hörspiele.

Nun kommt der erste Realfilm ins Kino: Pettersson und Findus – Kleiner Quälgeist, große Freundschaft. Ein weiterer potenzieller Kinder-Blockbuster, der in die Reihe von Wickie und die starken Männer über Fünf Freunde, Wilde Kerle und Hui Buh bis Das kleine Gespenst passt. In den Jahren 2010 und 2011 wurde in Deutschland nicht ein einziger Kinderfilm produziert, der nicht auf einer bekannten Vorlage beruhte.

Eine sichere Bank also für die Macher? Nein, denn es hätte einiges schief gehen können bei der Übertragung von Nordqvists eigentümlichen Zeichnungen. Das zeigt sich in der Sequenz, mit der der Film beginnt. Da sitzt der tropfnasse kleine Kater Findus einsam im Wald und wird von Petterssons Nachbarin Beda (Marianne Sägebrecht) vor Gustavsson (Max Herbrecht) und seinem ungeschickten Jagdhund Happo gerettet. Gedreht wurden die Szenen in einem echten Wald, und gerade deshalb will sich kein rechtes Pettersson-und-Findus-Gefühl einstellen. Zu viel Realismus bekommt Nordqvists Geschichten nicht.

So kommt der Film erst wirklich zu sich, wenn Beda Findus bei Pettersson (Ulrich Noethen) abliefert. Und damit in einem Kölner Studio, in dem der Bauernhof mit einer Mischung aus Nachbau und fotorealistischem Hintergrund gestaltet wurde. Der überzeugend im Computer animierte Findus passt in dieses wunderbar kauzige Universum, das die künstlerische Überhöhung der Buchillustrationen eher noch betont, statt sie der schnöden, echten Welt preiszugeben. Eine richtige Entscheidung der Macher. Genau wie jene, die Geschichte nicht in ein Korsett zu pressen, sondern ihr eine wuchernde Episodenhaftigkeit zu geben. Das Drehbuch entstand aus vier Erzählbänden der Reihe, und so bieten sich Gelegenheiten zu immer neuen absurden Verkettungen und Höhepunkten.

Dass Pettersson und Findus auch Erwachsene mit seiner ausgelassenen guten Laune ansteckt und seinem irren Tempo begeistert, ist zwei herausragenden Künstlern zu verdanken, deren jeweilige Erfahrungen in ganz anderen Genres auch diesem scheinbar so leichten Kinderfilm seine nötige Dichte verleiht.