Statt am Tag des Heiligen Geistes mit dem ZDF-Herzkino auf dem Sofa einzuschlafen, können Sie hier schon vorab lesen, was sich um 20.15 Uhr in Lebe lieber italienisch! ereignen wird.   

Erster Akt. Exposition.

Der Städter, nennen wir ihn Paolo Sanseviero, Akademiker, idealerweise verwitwet und Vater eines 7-jährigen Kindes, kommt aufs Land. Er hat ein Gestüt und einen Olivenhain geerbt, will dieses Erbe jedoch lieber gestern als heute wieder loswerden, um zurückzukehren zu Beton und Kapitalismus. Sein Porsche parkt mitten auf dem Hof, erschreckt die Tiere, die Abgase verpesten die frische apulische Frühlingsluft.

Weil sich das Erbe nicht so schnell verkaufen lässt, muss der Städter ein paar Tage länger bleiben als gedacht. Seine Laktoseintoleranz macht ihm dies nicht gerade leicht. Ricotta, Mozzarella, Mascarpone – für Sanseviero tabu. Nur sein Goldkettchen erinnert an die italienischen Wurzeln. Denn: You can take a man out of Italia but you cannot take Italia out of a man. Aus Sorge holt der Alleinerziehende das Kind nach, gemeinsam übernachten Vater und Tochter in einer alten, romantischen Hütte am See oder dem liebevoll restaurierten Gästehaus des Gestüts.

Jetzt tritt die Tierärztin auf den Plan. Sie ist entweder verlobt mit dem Bürgermeisteramtskandidaten oder glückliche Single-Frau. Auf jeden Fall bringt sie Bettwäsche und Handtücher vorbei, da sie sich neben den Hühnern, Schweinen und Pferden auch um die Städter im Dorf kümmert. Sie trifft erst mal nur auf das 7-jährige Kind, mit dem sie sich sofort blendend versteht, und verabschiedet sich mit dem Satz, "Grüß’ Deinen Vater von mir!".

Zweiter Akt. Komplikation.

Der Städter trifft sich mit einem bösen Menschen, der das Landgut zu einem Spottpreis kaufen und alle Mitarbeiter entlassen möchte, insbesondere die Alten und die Frauen. Den Olivenhain möchte er plattwalzen, um einen Freizeitpark zu errichten. Die Tierärztin ist entsetzt.

Unterdessen ruft die anorektische Kollegin des Städters aus der Werbeagentur in Stockholm, Berlin oder Lissabon an: "Wann kommst Du endlich zurück?" Auch das Kind merkt, dass mit seinem Vater und der Gesamtsituation etwas nicht in Ordnung ist.