Beim Deutschen Fernsehpreis haben zum wiederholten Mal vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender Auszeichnungen abgeräumt. Wichtige Ausnahme: Enthüllungsjournalist Günter Wallraff erhielt den Preis in der Kategorie "Beste Reportage" für die RTL-Reihe Team Wallraff – Reporter undercover. Die Reihe hatte unter anderem Missstände in Burger-King-Filialen aufgedeckt. Wallraff dankte ausdrücklich dem Sender, der das Format ermöglicht habe.

Gleich zweifach räumte Oliver Welke für das ZDF ab. Er bekam einen Sonderpreis für die beste Moderation bei der Fußball-WM, den er sich allerdings mit Mehmet Scholl und Tom Bartels von der ARD teilen muss. Zudem gewann Welkes satirische heute-show den Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Comedy". Welke sagte, es sei für das Team kein leichtes Jahr gewesen: "Wie Sie wissen, ist uns mit der FDP unser wichtigster Medienpartner weggebrochen." Die ZDF-Sendung hatte vor vier Jahren schon einmal den Deutschen Fernsehpreis gewonnen. 

Die Jury zeichnete zudem mehrere ARD-Produktionen aus. Der Fernsehpreis für den besten Spielfilm wurde für Männertreu verliehen, Hubert Seipel wurde für Snowden exklusiv – Das Interview  geehrt. Bei den Dokumentationen räumte Arte mit Putins Spiele und 24h Jerusalem ab. Beste Serie ist nach Ansicht der Jury die Sat.1-Produktion Danni Lowinski, den Publikumspreis erhielten Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt.

Reporterlegende Gerd Ruge erhält Ehrenpreis

"Bester Schauspieler" wurde Roeland Wiesnekker für seine Rolle in Spreewaldkrimi – Mörderische Hitze (ZDF). Der Förderpreis ging an die 18 Jahre alte Nachwuchsschauspielerin Sinje Irslinger, die in dem ARD-Familiendrama Es ist alles in Ordnung beeindruckt hatte.

Ehrenpreisträger war dieses Jahr die ARD-Reporterlegende Gerd Ruge (86). "Ihr neugieriger Geist will vom Ruhestand einfach nichts wissen", sagte WDR-Intendant Tom Buhrow zu ihm. Ruge habe ganze Generationen von Journalisten geprägt und Weltgeschichte hautnah miterlebt.

Suzanne von Borsody beste Schauspielerin

Der Deutsche Fernsehpreis wurde in Köln zum bisher letzten Mal in dieser Form vergeben. Ob es auch künftig eine Verleihung geben wird, hängt von der Einigung der Veranstalter auf ein neues Konzept ab. Der Fernsehpreis wird von ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 ausgerichtet.

Mehrere Akteure, darunter die drei Moderatoren Klaas Heufer-Umlauf, Sandra Maischberger und Hans Sigl (Der Bergdoktor), bedauerten das drohende Aus. "Ich hoffe, es wird einen neuen Fernsehpreis geben", sagte auch Suzanne von Borsody, eine der großen Gewinnerinnen des Abends: Sie wurde als "Beste Schauspielerin" für Männertreu geehrt.