Der Regisseur Mike Nichols ist tot. Der Ehemann der TV-Journalistin Diane Sawyer sei im Alter von 83 Jahren gestorben, berichtet der US-Fernsehsender ABC. Für seinen bekanntesten Film, Die Reifeprüfung, erhielt Nichols 1967 den Oscar.

Weitere bekannte Werke Nichols' sind unter anderem Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, Catch-22 und Silkwood. Für seine Arbeiten erhielt Nichols neben dem Oscar auch einen Emmy, einen Grammy und einen Tony Award. 2010 verlieh ihm das American Film Instituteden Preis für sein Lebenswerk.

Nichols, Enkel des deutschen Anarchisten Gustav Landauer, wurde 1931 in Berlin geboren. Im Alter von sieben Jahren emigrierte er in die USA. Nachdem er erst ein Studium an der Universität von New York und dann an der Universität von Chicago abgebrochen hatte, trat Nichols im Varieté auf.

Sein Durchbruch als Filmregisseur gelang Nichols 1966. Der Film Wer hat Angst vor Virginia Woolf? war eine Adaption des gleichnamigen Stücks des Dramatikers Edward Albee. Die Hauptrollen spielten Elizabeth Taylor und Richard Burton.

Nichols' zweiter Film wurde sein berühmtester. In Die Reifeprüfung wird ein Student von einer älteren Frau in Liebe unterrichtet, verliebt sich aber in deren Tochter. Der etablierte Dustin Hoffmann als Schauspieler. Zusammen mit Arthur Penns Bonnie und Clyde gilt Die Reifeprüfung als Vorläufer des New Hollywood. Formal und thematisch unterschieden sie sich von zuvor gängigen Hollywood-Erzählungen.

Später arbeitete Nichols unter anderem als Produzent. Er arbeitete so etwa mit dem Regisseur James Ivory an dessen Film Was vom Tage übrig blieb. Die Verfilmung des Romans von Kazuo Ishiguro war für acht Oscars nominiert.