In Los Angeles sind zum 72. Mal die Golden Globes verliehen worden. Für sein über zwölf Jahre gedrehtes Jugenddrama Boyhoodbekam Richard Linklater den Golden Globe als bester Regisseur. Der Film wurde auch als beste Produktion in der Kategorie Drama ausgezeichnet. Er widme den Preis allen Eltern, die jeden Tag in der Erziehung ihrer Kinder das Beste geben, sagte Linklater. Boyhood erzählt die Geschichte des sechs Jahre alten Mason, der im Laufe des Films zu einem jungen Erwachsenen heranreift. Patricia Arquette gewann zudem den Preis für die beste Nebendarstellerin in Linklaters Film. Die dreifach ausgezeichnete Produktion gilt damit als Favorit für die Oscars.

Die britisch-deutsche Komödie Grand Budapest Hotel gewann überraschend als beste Filmkomödie. Der Film von Wes Anderson setzte sich gegen den Favoriten Birdman und drei weitere Produktionen durch. Die mehrfach nominierte Komödie Birdman erhielt den Preis für das beste Drehbuch. Den Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film gewann Leviathan aus Russland.

Amy Adams holte die Trophäe als beste Hauptdarstellerin in einem Musical oder einer Komödie für ihre Rolle in Big Eyes. Michael Keaton erhielt die Auszeichnung als bester Darsteller in dieser Kategorie für seine Rolle in Birdman. Julianne Moore gewann für Still Alice als beste Darstellerin in einem Drama. Bester männlicher Schauspieler in einem Drama wurde Eddie Redmayne für seine Rolle als Stephen Hawking in Die Entdeckung der Unendlichkeit (Originaltitel: The Theory of Everything). Bereits vor der Veranstaltung war bekannt gegeben worden, dass George Clooney den Preis für sein Lebenswerk erhält.

Kevin Spacey bekam den Golden Globe für seine Rolle in der TV-Serie House of Cards. The Affair setzte sich als beste TV-Serie in der Kategorie Drama durch. Song des Jahres wurde Glory von John Legend und Common. Das Lied stammt aus dem Bürgerrechtsdrama Selma und wurde im vergangenen Jahr immer wieder bei Protesten gegen Polizeigewalt in den USA gesungen. 

Gedenken an die Terroropfer

Mit stehenden Ovationen bedachte das Publikum ein Plädoyer der Veranstalter für die Pressefreiheit. "Gemeinsam werden wir zusammenstehen gegen jeden, der das Recht auf freie Meinungsäußerung unterdrückt", sagte der Chef des Verbands der Auslandspresse in Hollywood, Theo Kingma. Das gelte für jeden Ort der Welt, "von Nordkorea bis Paris".

Kingma bezog sich damit nicht nur auf das islamistische Attentat auf das französische Magazin Charlie Hebdo, sondern auch auf den Hackerangriff auf den Filmkonzern Sony, der im Zusammenhang mit der Nordkorea-Satire The Interview stand. Der Film, in dem es um ein Mordkomplott gegen Machthaber Kim Jong Un geht, war wegen ominöser Anschlagsdrohungen zunächst zurückgehalten, dann aber doch veröffentlicht worden. Das Publikum erhob sich bei Kingmas Worten. Einige Gäste trugen einen Anstecker mit der Aufschrift "Je suis Charlie", darunter auch der Schauspieler George Clooney.