Das Erste ist der große Gewinner der Grimme-Preise. Die ARD und ihre dritten Programme erhielten neun der zwölf Auszeichnungen. Drei Preise gingen an das ZDF, die privaten Sender waren in diesem Jahr nicht vertreten. Verliehen wird der Preis am 27. März im westfälischen Marl.

In der Kategorie Fiktion wurde die Tragikomödie Bornholmer Straße über die letzten Tage vor dem Mauerfall gekürt sowie das Sozialdrama Der Fall Bruckner, der Tatort: Im Schmerz geboren mit Ulrich Tukur, das Drama Männertreu und die Komödie Altersglühen – Speed Dating für Senioren. Der Film, in dem 13 Senioren einen neuen Partner suchen, erhielt zudem den Publikumspreis. 

Das ZDF erhält zwei Preise in der Kategorie Information und Kultur. Ausgezeichnet wurden die Dokumentation Wir waren Rebellen – Krieg und Frieden im Südsudan sowie Die Kinder von Aleppo. Ebenfalls prämiert wurde Camp 14 – Total Control Zone, das Porträt eines ehemaligen Insassen eines nordkoreanischen Straflagers. Preise gehen auch an auch die Dokumentation Nach Wriezen über drei jugendliche Straftäter und den Mehrteiler Akte D.

Die Auszeichnungen in der Kategorie Unterhaltung erhalten Mr. Dicks – das erste wirklich subjektive Gesellschaftsmagazin und die ZDF-Sendung Die Anstalt. Den Sonderpreis Kultur des Landes NRW für Kinderfernsehen erhält 10 Wochen Sommer aus der Reihe Ab 18.

Zwei Auslandskorrespondenten gewürdigt

Die Russland-Korrespondentin Ina Ruck vom WDR und Nahost-Korrespondent Dietmar Ossenberg vom ZDF werden mit einem Sonderpreis geehrt. Ina Ruck zeichne eine außerordentlich sachliche und kenntnisreiche Berichterstattung vor allem auch im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Konflikt aus, hieß es zur Begründung. Mit Ossenberg werde ein exzellenter Kenner des Nahen Osten geehrt. Er verfüge über langjährige Erfahrungen, hohe Fachkenntnis und interkulturelle Kompetenz, die dem Zuschauer den Nahen Osten ein Stück näherbringe.

Der Grimme-Preis gilt als renommierteste Auszeichnung für Qualitätsfernsehen in Deutschland. Damit sollen TV-Produktionen gewürdigt werden, die "die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein können". Der Preis wird seit 1964 jährlich im westfälischen Marl verliehen, Stifter ist der Deutsche Volkshochschul-Verband.

Eine Jury aus Fernsehkritikern, Publizisten sowie Medien- und Bildungsexperten vergibt insgesamt bis zu zwölf Preise in den Kategorien Fiktion (Filme), Unterhaltung sowie Information und Kultur. Zusätzlich würdigt der Verband das Lebenswerk eines Fernsehschaffenden mit einem Sonderpreis.

Der Grimme-Preis ist nach Adolf Grimme (1889-1963) benannt. Er war von 1948 bis 1956 Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks, aus dem später NDR und WDR hervorgingen.