Der portugiesische Filmemacher Manoel de Oliveira ist im Alter von 106 Jahren gestorben. Dies teilte sein Produzent Luis Urbano unter Berufung auf Familienkreise mit. De Oliveira drehte fast bis zu seinem Lebensende Filme. 

Er galt weltweit als der älteste noch aktive Regisseur und hatte erst im Dezember im Rahmen seines 106. Geburtstags seinen letzten Kurzfilm O Velho do Restelo (Der Alte von Restelo) gezeigt. 

Die Karriere des einstigen Sportlers, Autorennfahrers und Portweinwinzers hatte noch in der Zeit der Stummfilme begonnen. Anfang der 1930er Jahre drehte de Oliveira seinen ersten Film Harte Arbeit am Fluss Douro, eine Stummfilm-Dokumentation über die Ufer des Douro. Seither schuf er mehr als 50 Spiel- und Dokumentarfilme – die meisten davon nach seinem 60. Geburtstag.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen Am Ufer des Flusses und Die Kannibalen. Als Spielfilmregisseur startete de Oliveira erst 1971, mit dem Film O Pasado e o Presente (Die Vergangenheit und die Gegenwart). Seit 1990 drehte er einen Film pro Jahr.

Auf einer Stufe mit Jean-Luc Godard und Federico Fellini

De Oliveira erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2004 in Venedig den "Goldenen Löwen" für das Lebenswerk und 2007 den Ehrenpreis der Europäischen Filmakademie. Insgesamt bekam er rund 50 Auszeichnungen, 2009 auch die Berlinale-Kamera. 

Von einigen Filmkritikern wurde De Oliveira auf eine Stufe mit Film-Granden wie Luis Bunuel, Jean-Luc Godard oder Federico Fellini gestellt.