Rein phonetisch haben viele den ersten Franken-Tatort ja mit Argwohn erwartet. Voll der Sehnsucht waren die Franken selbst. Lange vor der Erstausstrahlung liefen Tatort-Sonderberichte im fränkischen Lokalfernsehen, kursierten Fanseiten und erste Public-Viewing-Termine. Während der Bayerische Rundfunk kräftig die Werbetrommel rührte, überbrückte man die Wartemonate im Raum Nürnberg mit eifrigem Gerüchte-Gered. Spielt der Kabarettist Frank-Markus Barwasser mit? Oder sein Kollege Matthias Egersdörfer? Wer macht die Hauptkommissare? Wo wird gedreht?

Endlich also schließt sich die regionalkulturelle Lücke in der sonst so dicht besiedelten Tatort-Landschaft: Von Nürnberg aus wird jetzt in ganz Franken ermittelt. Auf Twitter beginnt die Premierenschau um 20.15 Uhr mit einem linguistischen Verwirrungsmoment …

…das nach ein paar Minuten beigelegt ist:

Obwohl der Regisseur Max Färberböck dem Charme fränkischer Sprachattitüden in Folge 1 viel Platz einräumt, braucht Der Himmel ist ein Platz auf Erden im Ganzen erfrischend wenig Klischee. Keine Bratwurst-Dialoge, kaum Bayern-Franken-Gezänk und nur kleine Spitzen gegen die "Hauptstädter" im Süden.

Die vor allem in Nebenrollen dargebotene fränkische Mundart wird vor dem Bildschirm am kritischsten von den Franken selbst geprüft. Der Kabarettist Egersdörfer wird goutiert. Die Assistenz der Kommissare auch. Aber die junge Polizistin am Empfang …

Ein Teil der Zuschauer nimmt in Konsequenz der dialektalen Haarspalterei gar jene Tatort-Szenen als besonders wertvoll wahr, in denen gar nicht gesprochen wird. In denen Zeit ist für viel episch-fränkische Weitwinkel-Atmosphäre und perspektivische Spielerei.