Der unter Missbrauchsvorwürfen stehende US-Fernsehstar Bill Cosby hat in einem Gerichtsverfahren zugegeben, mindestens eine Frau unter Medikamente gesetzt zu haben, um mit ihr Sex zu haben. Das geht aus nun veröffentlichten Dokumenten aus dem Jahr 2005 hervor. Demnach verabreichte der heute 77-Jährige einer Frau im Jahr 1976 das Beruhigungsmittel Methaqualon.

Wichtiger Bestandteil der Dokumente ist die Abschrift einer Befragung Cosbys durch die Anwältin der Klägerin. Darin räumt Cosby ein, dass ihm in den 1970er Jahren siebenmal das Medikament Methaqualon verschrieben worden war, das umgangssprachlich auch als Quaaludes bezeichnet wird.

Laut der Abschrift fragte die Anwältin Cosby vor diesem Hintergrund, ob er das Medikament anderen Personen gegeben habe. Darauf antwortete Cosby mit "Ja". Weiter fragte die Anwältin: "Als Sie das Quaaludes bekamen, hatten Sie vor, dieses jungen Frauen zu geben, mit denen Sie Sex haben wollten?" Cosby bejahte erneut, korrigierte sich nach einer Intervention seines Anwalts aber sofort. Er habe die Frage missverstanden, seine Antwort habe sich nur auf eine Frau bezogen, nicht auf mehrere.

Cosby gab allerdings zu, dass er der betreffenden Frau das Beruhigungsmittel gegeben habe. Beide hätten sich in Las Vegas getroffen. "Ich treffe sie hinter der Bühne. Ich gebe ihr Quaaludes. Dann haben wir Sex", sagte Cosby laut Abschrift.

Wichtige Veröffentlichung für weitere Klagen

Cosbys Anwälte hatten vergeblich versucht, die Veröffentlichung der Unterlagen zu verhindern. Sie argumentierten, dass dies die Privatsphäre des Schauspielers verletze. Der zuständige US-Bezirksrichter Eduardo Robreno wies diese Sicht jedoch zurück und erklärte, die Öffentlichkeit habe ein "bedeutendes Interesse" an den Unterlagen. Es bestehe ein "krasser Kontrast zwischen dem öffentlichen Tugendrichter Bill Cosby und dem Bill Cosby, der Gegenstand ernster Vorwürfe über unangemessenes – und vielleicht kriminelles – Verhalten ist".

In den vergangenen Monaten hatten rund 30 Frauen dem Schauspieler sexuelle Vergehen bis hin zur Vergewaltigung vorgeworfen, die teils mehrere Jahrzehnte zurückliegen. Für die Anwälte dieser Frauen sind die veröffentlichten Unterlagen ein Beleg dafür, dass Cosby Frauen in Dutzenden Fällen mit Medikamenten gefügig gemacht und dann vergewaltigt hat. "Dieses Eingeständnis ist eines, das Herr Cosby über viele Jahre vor der Öffentlichkeit verbergen wollte, und wir sind sehr dankbar, dass es öffentlich gemacht wurde", sagte Anwältin Gloria Allred, die eine Frau gegen Cosby vertritt.

Cosby, der in den 1980er Jahren mit der Sitcom The Cosby Show weltbekannt geworden war, hat die Vorwürfe vehement bestritten. Unter dem Druck der öffentlichen Empörung musste er aus dem Verwaltungsrat seiner früheren Universität zurücktreten. Mehrere geplante Comedy-Auftritte wurden abgesagt und Fernsehprojekte mit ihm zunächst eingestellt.