Der Film Im Labyrinth des Schweigens über die Frankfurter Auschwitz-Prozesse soll für Deutschland den Auslands-Oscar holen. Die Jury lobte bei ihrer Entscheidung, dass Regisseur Giulio Ricciarelli und seinem Team "ein spannendes und bewegendes Drama" gelungen sei. "Ich finde den Film einfach unglaublich wichtig, weil über dieses Kapitel in Deutschland überhaupt noch nie ein Film gemacht wurde", sagte Jury-Sprecherin Dagmar Hirtz. "Dass dieser Film jetzt auf diese Reise geschickt wird ... Ich bin sehr bewegt", sagte Regisseur Ricciarelli.

Eine offizielle Nominierung bedeutet das noch nicht. Aus den Einsendungen aller Länder wählt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles die fünf Nominierten. Die Oscar-Verleihung findet am 28. Februar statt.

Der Favorit, Sebastian Schippers Erfolgsfilm Victoria, ging damit leer aus. Einer der Gründe ist wohl, dass in dem Film 49 Prozent Englisch gesprochen wird – von der Academy sind in der Kategorie Bester nicht englischsprachiger abendfüllender Kinofilm aber nur 40 Prozent erlaubt. Eine Ausnahmegenehmigung gab es nicht, sagte Hirtz. "Es gibt Regularien, an die wir uns halten mussten."

Viele Filme über die neuere deutsche Geschichte

Der Aufsichtsratsvorsitzende von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films, Peter Herrmann, sagte, das Gremium sei dazu da, "den Film unter den eingereichten deutschen Filmen auszuwählen, der nach dem Fachwissen und der Expertise der Jury die größten Chancen hat, den Oscar zu gewinnen." In der Vergangenheit waren immer wieder Filme ausgewählt worden, die sich mit der neueren deutschen Geschichte befassen.

In diesem Jahr ging nicht nur Victoria leer aus, sondern sechs weitere Filme: Elser – Er hätte die Welt verändert von Oliver Hirschbiegel über den verhinderten Hitler-Attentäter, Freistatt von Marc Brummund, Til Schweigers Alzheimer-Film Honig im Kopf, Jack von Edward Berger, Schmidts Katze von Marc Schlegel und Wir sind jung. Wir sind stark von Burhan Qurban.

Das Interview mit Sebastian Schipper zu seinem Film "Victoria" sehen Sie im Video. Ebenso wie der Spielfilm in einer einzigen Einstellung gedreht.

Film "Victoria" - "A little bit glücklich" in Berlin Eine Frau, vier Jungs: Sebastian Schipper erzählt in seinem Kinofilm „Victoria“ die Geschichte einer Nacht in Berlin – ohne einen einzigen Schnitt. Eine Ortsbegehung im Stil des Films (Kinostart: 11.Juni 2015)