"And now it begins", spricht Ser Arthur Dayne. Der hat wohl in seiner Ritterfreizeit die Herr-der-Ringe-Filme gesehen, was man einer Figur aus Game of Thrones nachsehen muss. Irgendwoher muss man ja seine Inspirationen kriegen als Fantasy-Figur, warum also nicht gleich aus den Verfilmungen von Großmeister Tolkiens Werken? Ser Arthur jedenfalls zitiert fast wörtlich aus The Two Towers den Ausspruch des König Théoden: "So it begins."

Doch weil Game of Thrones der Serienkiller unter den Serien ist, antwortet der junge Ned Stark "No, now it ends" – und bald darauf ist Dayne tot. Hinterrücks erdolcht von Starks Begleiter. Die untadelige Heldenhaftigkeit Ned Starks gehörte zu den Legenden der Serie. Doch Legenden tendieren zur Unschärfe bei den Fakten, die werden zurecht gebastelt, bis es am besten passt. Nun wird zumindest an Starks Ruf als fairem Kämpfer gekratzt.

Wichtiger jedoch ist: Wir sehen in dieser Szene möglicherweise den Anfang vom Ende von Game of Thrones. Und zwar durch die Augen von Bran, einem der drei oder eben vier Söhne Ned Starks. Bran wird derzeit darin unterwiesen, seherische Fähigkeiten zu entwickeln, was hier bedeutet: Er kann nun schon mal einen Blick in die Vergangenheit werfen, in die Zeit vor dem Einsetzen der eigentlichen Serienhandlung. 

Dort harrt ein Rätsel auf seine Lösung, die mutmaßlich den Ausgang der ganzen Geschichte vorbereiten wird: Was genau geschah mit Starks Schwester Lyanna im Tower of Joy? Dorthin war sie von Prinz Rhaegar Targaryen verschleppt worden, dem Bruder der Drachenmutter Daenerys. 

Eine der populärsten Fan-Theorien besagt: Rhaegar und Lyanna zeugten ein Kind, das Ned Stark dann später zu dessen Schutze als seines reklamierte, hervorgegangen angeblich aus einer außerehelichen Affäre. Ein Bastard also. Und dieses Kind soll niemand anderer sein als: Jon Snow. Der wäre demnach der Neffe von Drachenmutter Daenerys, die keinen Anspruch auf den Eisernen Thron mehr hätte, den besäße allein er als Sohn des rechtmäßigen Thronfolgers Rhaegar. End of story. 

Jon bellt nicht

Nicht ganz unwesentlich für die Fan-Theorie ist, dass Jon Snow lebt, sonst hat sie ja keinen Sinn. Wie gut, dass er seit der vorangegangenen Folge wieder atmet, wenn auch schwer! Die bange Frage, was so eine Wiederauferstehung für seelische Folgen haben kann, posttraumatische Belastungsstörung und so, wird die Serie sicher noch beschäftigen.

Einstweilen wissen wir immerhin: Jons Erinnerung ist intakt; und er kann reden, was auch eine gute Nachricht ist. Denn es stand ja zu befürchten, dass der Geist seines treuen Wolfes Ghost in ihn gefahren sein könnte. Das Sprachzentrum ist also noch das menschliche, Jon bellt nicht.