In den siebziger Jahren erfreuten sich Filme mächtiger Beliebtheit, in denen ein schlaksiger Blonder mit losem Mundwerk und ein massiger, maulfauler Bärtiger mit unstillbarem Appetit reihenweise Leute verhauen, die entweder Böses im Schilde führen oder sie beim Essen stören. Das komische Potenzial dieses Duos, das, wie es im italienischen Gebrauchsfilm damals üblich war, englische Pseudonyme trug, Terence Hill und Bud Spencer, lag auf der Hand: Die slapstickartige Inszenierung der Prügeleien, der kreative Einsatz von Objekten und Räumlichkeiten, die serielle Wiederkehr von Situationen und Bewegungen, die Ungleichheit von Ursache und Wirklichkeit, die komische Übertreibung (die Kunst der Doppelohrfeige etwa), das alles machte die Choreografie der botte, der Prügeleien zu einer Gag-Kaskade, die manchmal grandios und manchmal immerhin routiniert inszeniert war.

Die Freude am Kaputtmachen war überbordend, es durfte gerülpst und gespuckt werden, und die beiden verband eine Laurel-und-Hardy-Beziehung: Sie waren einander das größte Unglück und kamen doch nicht voneinander los. Sie kalauerten sich, wennzwar im italienischen Original ganz anders als in der deutschen Synchronisation, durch Handlungen, die so fadenscheinig waren wie die schmutzigen Hemden, die sie in ihren frühen Western trugen. Kurzum: Wir durften mit Terence Hill und Bud Spencer in eine cineastische Kindheit zurückkehren, die wir schon längst an Walt Disney und die Zombies verloren glaubten.

Terence Hill und Bud Spencer, getragen von der seltsam quakenden und hüpfenden Kinderdiscomusik, die ihre Heldentaten beflügelten, waren der perfekte Ausdruck eines neuen, ernüchterten Optimismus nach den ersten schweren Krisen des Nachkriegskapitalismus. Als Nachfolger des Picaro, von Don Quijote und Sancho Pansa, der Commedia dell’arte, der großen Tramps des amerikanischen Stummfilms, schlugen sie sich durch eine Welt, die nicht mehr ganz heil war, gewiss nicht, aber auch nicht so apokalyptisch und ausweglos verdorben wie in den anderen italienischen Genrefilmen zuvor, den düsteren Italowestern der Django-Art, den gialli mit ihren wahnsinnigen Frauenmördern und kaputten Familien, den Mafiafilmen, in denen immer die Bösen gewannen, und den Kannibalen-Schockern, die versuchten, noch die letzten Ekelgrenzen zu überschreiten: Bud Spencer und Terence Hill versprachen, die Popkultur des Krisenlandes Italien und das europäische Kino überhaupt von der Gewaltobsession und Morbidität zu befreien. Mit einer einzigartigen Mischung aus Chuzpe und Infantilismo.

Bud Spencer, der Kerl, der immer beim Bohnenessen gestört wird, und der seinen Gegnern gern mit der Faust auf den Kopf schlägt, wie um sie "ungespitzt in den Boden zu rammen", war ein Meister des Slow Burn. Immer vergeht eine ganze Weile, bis er bemerkt, wie tückisch sein Gegenüber eigentlich ist, und oft verharrt er lange ohne Reaktion, wie um zu sehen, wie weit es sein Gegner mit der Gemeinheit noch treiben mag, bevor er, buchstäblich, zum Gegenschlag ausholt. Oft braucht er Sekundenewigkeiten, um das Erstaunen darüber zu verarbeiten, dass irgendwer doch tatsächlich immer noch einmal probiert, es mit ihm aufzunehmen. So wie Oliver Hardy auf die jeweils nächste Dummheit seines Begleiters Stan Laurel reagiert, mit einem Stoßseufzer, einer langen Pause und einem Blick zum Himmel, so reagiert Bud Spencer auf die jeweils neueste grandiose Idee seines Schattens, den er verzweifelt loszuwerden versucht. Dieses Bud-Spencer-Brummen, mit dem er, vergeblich, die flausigen Vorschläge und windigen Pläne von Hill abzuwehren glaubt. Er weiß, dass die Sache wieder einmal schief gehen wird und zugleich, dass er sich doch wieder breitschlagen lässt.