21 Jahre stand er vor der Kamera, erst für den Musiksender Viva, später für ProSieben, zuletzt für das ZDF. Jetzt will Tobias Schlegl einen kompletten Neuanfang wagen und Notfallsanitäter beim Deutschen Roten Kreuz werden.

"Ich hatte kein Burn-out, war nicht depressiv, wollte mir nicht die Pulsadern aufschlitzen. Ich hatte tolle Kollegen und fühlte mich in meiner Arbeit wertgeschätzt. Trotzdem wuchs in mir eine gewisse Unzufriedenheit. Eine Sehnsucht. Ich wollte etwas gesellschaftlich Relevantes machen", sagte der 38-Jährige dem Stern.

Die Arbeit vor der Kamera sei ein großes Privileg gewesen, sagte Schlegl. "Und dennoch hatte ich das Gefühl, mein Leben ist bisher wie ein Computerspiel verlaufen: Alle Level sind durchgespielt. Ich bin fertig."

Das ZDF bestätigte den Abschied Schlegels. Am 29. und 30. September werde er die Kultursendung Aspekte zum letzten Mal moderieren.

Die nächsten drei Jahre muss Schlegl mit einem Auszubildendengehalt von unter 1.000 Euro auskommen. Allerdings will er sich ein "Minitür" aufhalten und ab und zu noch einen Beitrag fürs Fernsehen machen oder eine Radiosendung moderieren. "Ich will nicht meine komplette Vergangenheit verbrennen und alle Brücken hinter mir abbrechen müssen."